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Weiße und schwarze Matronen im Papiermuseum

Düren, den 30.04.2014

Düren. Der Blick des Besuchers beim Betreten des Papiermuseums wird sofort eingefangen: Durch säulenähnliche Portalelemente, eines davon auslaufend in einem an einen Damenhut erinnernden Schwung, wird der Besucher genau auf eine Gruppe Matronen zugeleitet, alle aus Zeitungspapier von der Künstlerin Marianne Pitzen geschaffen, ummantelt mit weißgefärbtem Papier.

Von links: Eva Struckmeier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Leopold-Hoesch-Museum, die Künstlerin Marianne Pitzen und Jutta Reich vom Papiermuseum Düren sitzen vor der Matronengruppe im Papiermuseum.

Von links: Eva Struckmeier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Leopold-Hoesch-Museum, die Künstlerin Marianne Pitzen und Jutta Reich vom Papiermuseum Düren sitzen vor der Matronengruppe im Papiermuseum.

Da ihre  Kunst sehr oft das Material Papier zur Grundlage hat, war das Papiermuseum in Düren für Marianne Pitzen ein Wunschort zur Präsentation ihrer Werke. "Ich wollte schon immer hier ausstellen", sagt sie.
Ihre erste Ausstellung in Düren wird nun für das Dürener Papiermuseum die letzte vor dem Umbau sein. Im Herbst wird es geschlossen, leer geräumt und anschließend grundlegend umgebaut und mit verändertem Konzept umgestaltet. Unterstützt wird der Umbau von der Dürener Industrie, die auch in der Ausstellung von Marianne Pitzen mit der Demonstration eines uralten Handwerks vertreten ist: Das Versehen der Trauerkarten mit dem schwarzen Rand wird heute noch in Handarbeit gemacht, erläutert Jutta Reich, langjährige und erfahrene Mitarbeiterin des Papiermuseums. Eine Dürener Firma hat einen Arbeitstisch zu Demonstrationszwecken zur Verfügung gestellt, der im Eingangsbereich des Papiermuseums aufgebaut ist, bewacht von schwarzen Matronen der Bonner Künstlerin, überschwebt von einem schwarzen Engel und begleitet von Videoaufnahmen, die das Handwerk vorführen.
"Schwarze Vögel - Weiße Frauen" ist dann auch der poetische Titel der Ausstellung von Marianne Pitzen. Die Architekturelemente und die "Zahn"-Brücke im Eingangsbereich verweisen auf die Anfänge der Künstlerin, die 1978 an einem Projekt "Frauen gestalten ihre Stadt" in Zürich beteiligt war, 1981 in Bonn das erste Frauenmuseum überhaupt gründete, dessen Direktorin sie heute ist. "Ich schöpfe immer aus der Geschichte", sagt sie. Das Thema "Zeit und Verfall", aber auch das Brückenschlagen von alt nach neu beschäftigt die Künstlerin: "Ich habe nicht umsonst ein Museum gegründet, damit die Menschen aus der Geschichte gefälligst was lernen." Ansporn zum Lernen aus der Geschichte ist für Marianne Pitzen die "Seh-Lust". Ihre Matronengruppe ist so ein Blickfang, greift Altes auf und vermengt es mit Neuem. Seit 1988 beschäftigt sich Marianne Pitzen mit dem Matronenkult, der im Rheinland eine große Rolle gespielt hat. Sie verknüpft das geschichtliche Thema in ihren Kunstwerken mit neuen Elementen. So sitzen die lebensgroßen Matronen der Marianne Pitzen nicht statisch auf einem Matronenstein, ausschließlich auf den Betrachter ausgerichtet, sondern sie bilden einen Halbkreis von Frauen, einige auf Papierstühlen thronend, zum Teil einander zugewandt oder für sich in Nachdenken versunken, andere kleinere in einem Kahn stehend. Eine liegt auf der Erde, ihr Stuhl bleibt leer. Die Gewänder sind fließend, die Hauben umgeben die Köpfe wie eine Aureole, ein Kreis der Konzentration. Vor ihnen liegt ein runder Spiegel wie ein tiefer Brunnen. Diese Assoziationen an Wasser sind von Marianne Pitzen durchaus gewollt, denn es ist die Grundlage für den Werkstoff Papier, Papier wiederum transportiert Wissen.
Die Ausstellung ist bis zum 24. August im Papiermuseum zu sehen. Zum Abschluss gibt es am Sonntag, dem 24. August, um 12 Uhr einen Museumsdialog mit Marianne Pitzen über Frauen in der Kunst, über ihre Papierskulpturen und über die weisen Frauen des rheinischen Matronenkults.

 

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