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„Einen Raum schaffen, in dem man ins Gespräch kommt!“

Düren, den 19.01.2017

Düren. Die Eröffnung der Ausstellung „Wanderarbeit“, die noch bis zum 27. Januar in der Stadtbücherei zu sehen ist, unterstrich die Wertigkeit der dort präsentierten außergewöhnlichen Fotos zu einem aktuellen Thema. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Heimat.Sehnsucht.Identität“ von Düren Kultur hatte die VHS Rur-Eifel unter Federführung von Fachbereichsleiter Dieter Bergheim die Ausstellung in die Rurstadt geholt, gemeinsam mit den Kooperationspartnern „Arbeit und Leben NRW“ und dem Kommunalen Integrationszentrum.

Moderator Ingo Latotzki interviewte den Künstler Mauricio Bustamante (rechts).

Moderator Ingo Latotzki interviewte den Künstler Mauricio Bustamante (rechts).

Bürgermeister Paul Larue wies in seiner Begrüßung daraufhin, dass Wanderarbeit ein seit der Antike existierendes Phänomen der Menschheitsgeschichte und bis heute brennend aktuell ist: „Es geht um Menschen in oft prekären Situationen. Die Fotos wecken unsere Aufmerksamkeit. Das ist oft der erste Schritt zu Empathie und Engagement.“

Die Ausstellung sei bewusst auf die aktuelle Situation von Wanderarbeitern ausgerichtet, die aus einer künstlerischen Perspektive dargestellt werde, sagte Bildungsreferentin Gabriele Schmitt von Arbeit und Leben NRW, die das Konzept dazu erstellt hat. „Ihre Kraft kommt durch die starken Fotos, die eine Geschichte erzählen“, betonte sie und dankte besonders den sechs Künstlern, von denen jeder einen anderen Ansatz hat: Ingar Krauss fängt Erntehelfer ein, die alljährlich unsere Tische decken, an diesen aber selten selber Platz nehmen dürfen. Oliver Tjaden fotografiert Seeleute in Zeiten der Globalisierung. Wolfgang Müller erzählt mit seinen Fotos von Wanderarbeiterinnen in China und Andrea Diefenbach von der Situation von Kindern in Moldawien, dem „Land ohne Eltern“. Mischa Kuball schaut genau hin, was geschieht, wenn Wanderarbeiter bleiben und so zum Beispiel im Ruhrgebiet ein „New Pott“ entsteht.

Das Ziel, ein besseres Leben für die Familie zu finden, sei wohl die vorherrschende Motivation der Wanderarbeiter, sich auf den Weg in die Fremde zu machen, sagte Jürgen Fischer, Soziologe und Leiter des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Düren, der in der Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur Willkommenskultur sieht.
Ingo Latotzki, Journalist und selber begeisterter Fotograf, moderierte die Ausstellungseröffnung und interviewte den anwesenden Künstler Mauricio Bustamante. Dieser zeigte seinen Kurzfilm „Zwischen den Welten“ und erzählte dessen Entstehungsgeschichte: Die Idee dazu kam ihm auf einer mehrtägigen Busfahrt mit Wanderarbeitern, über die er eine Dokumentation machen wollte. „Das war mir zu wenig, da fehlte was!“ Inspiriert von der Radiomusik während dieser Fahrt entstand der Wunsch, die Bewegung, das Pendeln zwischen zwei Welten zu zeigen. „Jeder Mensch, dem ich begegne und den ich fotografiere, ist auch eine kleine Reise für mich“, erklärte der Künstler, der selber als Wanderarbeiter aus Argentinien kam und heute in Hamburg lebt. „Ich will einen Raum kreieren, in dem man ins Gespräch kommt“, antwortete er auf die Frage von Ingo Latotzki, was das Anliegen seines Filmes sei.

Der Abend klang aus mit Gesprächen inmitten der Fotos der beeindruckenden Ausstellung.


 

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