Ehrenbürger der Stadt Düren

Die Ernennung zum Ehrenbürger ist die höchste Auszeichnung, welche die Stadt Düren zu vergeben hat. Bis heute ist lediglich acht Personen diese Ehre zuteil geworden. Zu Ehrenbürgern können Persönlichkeiten ernannt werden, die sich in außerordentlicher Weise um die Stadt Düren verdient gemacht haben.

Das Ehrenbürgerrecht wird auf Grund des § 34 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen verliehen. Beschlüsse über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts fasst der Rat mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Zahl der Mitglieder.

Josef Vosen - Verleihung am 7. Dezember 2011

* 23.07.1943 in Berlin-Reinickendorf
† 21.08.2012 in Iria (Griechenland)

Werdegang

  • 30.09.1979 - 18.10.1984: Stadtverordneter
  • 18.10.1984: Wahl zum Bürgermeister
  • 19.10.1989: Wiederwahl zum BM
  • 08.11.1994: Wiederwahl zum BM
  • bis 03.06.1998: ehrenamtlicher Bürgermeister
  • ab 03.06.1998 bis 30.09.1999: hauptamtlicher Bürgermeister
  • 01.10.1999 - 13.10.2004: Mitglied des Rates
  • 03.03.2005: Verleihung des Ehrenrings der Stadt Düren
  • 07.12.2011: Ehrenbürger der Stadt Düren

Mitglied der SPD

Heinrich Spies - Verleihung am 13. Juni 1961

Oberbürgermeister

* 11.05.1890 in Berleburg
† 06.07.1961 in Bad Kissingen
(begraben in Düren am 11.07.1961)

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 13.06.1961

Werdegang

  • 1920: Übersiedlung von Bonn nach Düren; Gründung einer Papierausstattungsfabrik und einer Großhandelsfirma May und Spies.
  • 1946: Berufung in den Stadtrat als Mitglied der CDU-Fraktion
  • 1948: stellvertretender Oberbürgermeister
  • 1951 - 1953: Vorsitzender der CDU-Kreispartei
  • 21.11.1952: Wahl zum Oberbürgermeister
  • 22.11.1954: Wiederwahl zum OBM
  • 1955: Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • 12.11.1956: Wiederwahl zum OBM
  • 14.11.1958: Wiederwahl zum OBM
  • 06.04.1961: Ende der Amtszeit als Oberbürgermeister
  • 13.06.1961: Ehrenbürger der Stadt Düren

Mitglied der Landschaftsversammlung Rheinland; Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Aachen.

Josef Schregel - Verleihung am 1. Juli 1930

Heimatdichter, Freiheitskämpfer

* 13.03.1865 in Jülich
† 24.12.1946 in Neumagen-Dhron an der Mosel

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 01.07.1930

Hubert Heinrich Emanuel Josef Schregel wurde am 13. März 1865 in Jülich geboren. Bei Ausbruch des Krieges 1866 kam er zu seinen Großeltern nach Weisweiler, 1873 nach Düren. Die Stadt Düren sollte zu seiner eigentlichen Heimat werden; denn hier besuchte er Volksschule und Gymnasium, gründete er sein Weingeschäft, nachdem ihn die Jahre der Ausbildung nach Aachen und Wesel geführt hatten, heiratete er am 3. Mai 1898 seine Gattin, mit der er im Jahre 1923 das Fest der Silbernen Hochzeit feiern konnte und entstanden seine Lieder.
Schregel sammelte seine Gedichte und Erzählungen, von denen viele in Dürener Mundart geschrieben sind, in Bändchen. Der Dichter wurde wegen des Liedes "Rheintreue" von der französischen Besatzung im Juni 1923 ausgewiesen. Bis Pfingsten 1924 lebte er zu Eitorf an der Sieg in der Verbannung.
Für seine Verdienste um die Dürener Mundart erwiesen die Vertreter der Bürgerschaft Dürens ihrem Mitbürger die höchste Auszeichnung, welche sie vergeben können. In der Stadtverordnetenversammlung vom 29. April 1930 wurde Josef Schregel zum Ehrenbürger der Stadt Düren ernannt, nachdem der Oberbürgermeister diese Auszeichnung Schregel zu seinem 65. Geburtstage bereits angekündigt hatte.
Die Ehrenbürgerurkunde wurde dem Kämpfer für die Freiheit der Rheinlande von Oberbürgermeister Dr. Overhues im Beisein der Beigeordneten und Dezernenten am 1. Juli 1930, dem ersten Tage nach der vollständigen Räumung des Rheinlands, überreicht.

Am 30.01.1947 wurde die Eisenbahnstraße, von 1933 bis 1945 Adolf-Hitler-Straße, nach Schregel benannt. Ein Bronze-Relief mit dem Portrait Schregels wurde am 13.03.1956 am Schregel-Haus enthüllt.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

Christian August Klotz - Verleihung am 7. Juli 1921

Oberbürgermeister

* 06.10.1857 in Burg bei Magdeburg
† 28.12.1925 in Hannover

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 07.07.1921

Christian August Klotz wurde am 6. Oktober 1857 in Burg bei Magdeburg geboren. Nach Vollendung seiner Studien an der Universität Göttingen und Berlin und der juristischen Vorbereitungszeit wurde er Gerichtsassessor in Hannover, danach rechtskundiger Senator (erster Beigeordneter) und Polizeidirektor in Lüneburg sowie zweiter Bürgermeister in Mannheim. Am 14. Juni 1894 wurde August Klotz als Nachfolger des am 2. April 1894 verstorbenen Oberbürgermeisters Werners zum Bürgermeister der Stadt Düren gewählt (mit 14 Stimmen der liberalen Mehrheit bei Stimmenthaltung der Mitglieder der Zentrumsfraktion). Nachdem diese Wahl am 2. August bestätigt worden war, fand am 13. September die Amtseinführung durch den Regierungspräsidenten von Hartmann statt. Am 12. September 1905 erhielt Bürgermeister Klotz den Titel „Oberbürgermeister“. Nach Ablauf der ersten Wahlperiode 1906 wurde Klotz einstimmig wiedergewählt, ebenso einstimmig am 6. Oktober 1917 - an seinem 60. Geburtstag -, und zwar diesmal auf Lebenszeit. An seinem silbernen Amtsjubiläum am 13. September 1919 entzog er sich allen Ehrungen, indem er diesen Tag in seiner Heimatstadt Burg verbrachte; die Zeitungen Dürens würdigten in längeren Artikeln die Verdienste des Oberbürgermeisters um die Stadt. Am 10. Oktober 1919 trat das nach dem Dreiklassenwahlrecht gewählte Stadtverordnetenkollegium zu seiner letzten Sitzung zusammen; die Worte des Oberbürgermeisters Klotz, der in einem Rückblick über die letzten 25 Jahre gemeinsamer Tätigkeit den Vertretern der Bürgerschaft und den Stiftern gemeinnütziger Einrichtungen seinen und der Stadt Dank abstattete sowie der Toten gedachte, klangen bereits wie eine eigene Abschiedsrede. Als ein Gehörleiden ihm immer mehr die Fortführung seines Amtes erschwerte, reichte er am 23. Januar 1921 sein Pensionierungsgesuch ein. Die Stadtverordneten bewilligten in der Sitzung vom 11. März 1921 seinen Antrag unter Gewährung seiner vollen Bezüge bis zum 65. Lebensjahr; der erste Beigeordnete Jackle und die Vertreter der einzelnen Fraktionen sprachen ihm ihre volle Anerkennung für seine der Stadt geleisteten Dienste aus. Mit dem 30. Juni 1921 endete seine Amtstätigkeit. In der ersten nun folgenden Stadtverordnetenversammlung, am 7. Juli 1921, wurde Oberbürgermeister Klotz, nachdem der Bürgermeister von Menden i.W., Dr. jur. Ernst Overhues, zum Bürgermeister der Stadt gewählt worden war, auf Antrag des Stadtverordneten Christian Seybold zum Ehrenbürger der Stadt Düren ernannt.
In der Zeit der Ruhrwirren, als viele ihre Heimat verlassen mussten, wurde auch der ehemalige Oberbürgermeister, der Ehrenbürger der Stadt, am 23. Mai 1923 ausgewiesen. Daraufhin verlegte er seinen Wohnsitz nach Hannover. Dort verstarb er am 28. Dezember 1925. In einer feierlichen Trauersitzung würdigte Oberbürgermeister Dr. Overhues Wesen und Verdienste seines Amtsvorgängers. Die Stadtverwaltung bereitete Oberbürgermeister Klotz auf dem neuen Friedhof in einem Ehrengrabe seine letzte Ruhestätte.

Während der Amtstätigkeit des Oberbürgermeisters Klotz stieg Düren zu einer der bedeutendsten Mittelstädte Deutschlands empor. Seine besondere Begabung war es, die wohlhabenden Bürger zu Stiftungen und Schenkungen anzuregen und so zu leiten, dass die Geschenke der gesamten Bürgerschaft von Nutzen waren.

Die 27jährige Amtszeit des Oberbürgermeisters Klotz war überreich an Verdiensten und Erfolgen. Mit der Geschichte der Stadt bleibt der Name ihres Ehrenbürgers August Klotz untrennbar verbunden.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

Paul von Hindenburg - Verleihung am 2. Oktober 1917

Generalfeldmarschall, Reichspräsident

* 02.10.1847 in Posen
† 02.08.1934 auf Gut Neudeck, Westpreußen

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 02.10.1917

Paul von Beneckendorf und Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 in Posen geboren. Seit 1866 im preußischen Heer, nahm er teil an den Kriegen 1866 und 1870/71. 1896 wurde er Chef des Stabes des 8. Armeekorps in Koblenz. Vor dem Kriege war er zuletzt 1903 bis 1911 kommandierender General des 4. Armeekorps in Magdeburg. Danach lebte er in Magdeburg im Ruhestand.
Nach dem Russeneinfall in Ostpreußen wurde Hindenburg am 22. August 1914 Führer der 8. Armee. Am 27. August 1914 wurde er Generaloberst, am 1. November Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte im Osten, am 27. November Generalfeldmarschall. Nach der Kriegserklärung Rumäniens wurde er am 29. August 1916 zum Chef des Generalstabes des Feldheeres ernannt und übernahm damit die oberste Heeresleitung. Nach der Staatsumwälzung leitete er die Rückführung des Heeres in die Heimat und die Demobilmachung. Am 3. Juli 1919 trat er vom Oberbefehl zurück und lebte dann im Ruhestand in Hannover.

Nach dem unentschiedenen Ausgang der Reichspräsidentenwahl vom 29. März 1925 nahm Hindenburg eine Kandidatur an, wurde am 26. April gewählt und übernahm am 12. Mai 1925 das Amt des Reichspräsidenten.
Am 2. Oktober 1915 wurde die an der Kasernenfront vorbeigehende Straße, welche seit dem 12. Juni 1914 den Namen „Königgrätzer Straße“ führte, durch Stadtverordnetenbeschluss in „Hindenburgstraße“ (heute "Euskirchener Straße") umbenannt.
Den Generalfeldmarschall von Hindenburg ernannten Oberbürgermeister Klotz und die Stadtverordneten am 2. Oktober 1917 bei Vollendung seines 70. Lebensjahres zum Ehrenbürger der Stadt Düren. Wenige Tage später teilte der Feldherr in einem Schreiben mit, dass er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Düren annimmt.

Am 11. Oktober 1930 stattete Reichspräsident von Hindenburg der Stadt Düren einen Besuch ab. In markigen Schriftzügen trug er seinen Namen auch in das „Goldene Buch der Stadt Düren“ ein.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

Otto von Bismarck - Verleihung am 21. März 1895

Kanzler des Norddeutschen Bundes
und des Deutschen Reiches

* 01.04.1815 in Schönhausen
† 30.07.1898 in Friedrichsruh bei Hamburg

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 21.03.1895

Otto Eduard Leopold von Bismarck wurde am 1. April 1815 zu Schloß Schönhausen im preußischen Regierungsbezirk Magdeburg geboren. Während seiner juristischen Ausbildungszeit war er Regierungsreferendar in Aachen; von dort aus besuchte er auch die Stadt Düren - in späteren Jahren sprach und schrieb er von dieser des öfteren als der "wohlgelegenen, lebenskräftigen Stadt". Am 16. September 1865 wurde er in den erblichen Grafenstand erhoben. Seit 14. Juli 1867 Kanzler des Norddeutschen Bundes, wurde er nach der Kaiserproklamation (Versailles, 18. Januar 1871) erster Kanzler des Deutschen Reiches. Am 21. März 1871 wurde er in den erblichen Fürstenstand erhoben. Da Bismarck eine Arbeiterschutzgesetzgebung ablehnte, geriet er aus diesen wie anderen Gründen mit Kaiser Wilhelm II. in Meinungsverschiedenheiten.
Am 1. März 1890 reichte er sein Abschiedsgesuch ein; am 20. März erhielt er unter Ernennung zum Herzog von Lauenburg und Generalobersten der Kavallerie seine Entlassung. Fürst Bismarck zog sich nach Friedrichsruh zurück, wo er am 30. Juli 1898 verstarb.

Auf Anregung des Bürgermeisters Werners und unter dessen Vorsitz bildete sich in Düren ein Ausschuss - bestehend aus den Herren Kommerzienrat Bücklers, W. Dietzler, Eduard Hoesch, Geheimer Kommerzienrat Leopold Hoesch, Direktor Mecker, Leopold Peill, Benno Schoeller, Kommerzienrat Felix Heinrich Schoeller und Richard Schüll -, um dem Fürsten in der Kreisstadt ein Denkmal zu errichten.

Nachdem in kurzer Frist über 50.000 Mark gesammelt worden waren - die Gesamtkosten beliefen sich auf 72.000 Mark -, wurde am 28. Januar 1891 die Zustimmung zur Ausführung dieses Vorhabens seitens des Ausschusses eingeholt. Nachdem Fürst Bismarck seine Einwilligung gegeben hatte, wurde die Ausführung Bildhauer Uphues am 7. Februar 1891 übertragen.
Am 7. Juli 1892 übergab Philipp Schoeller das von ihm in den Jahren 1890/91 erworbene Gelände der Bismarck- und Moltkestraße (soweit letztere in seinem Grundeigentum) durch notariellen Vertrag in das ausschließliche Eigentum der Stadt Düren, welche sich verpflichtet, beide Straßen mit dem Namen "Bismarck-" bzw. "Moltkestraße" zu benennen.

Am 25. September 1892 fand die feierliche Enthüllung des Bismarck-Denkmals statt. Herr Philipp Schoeller übergab im Auftrag des Denkmalausschusses das Monument in die Obhut der Stadt Düren, der erste Beigeordnete Richard Schüll hielt die Festrede.

Auf Anregung des Rheinischen Städtebundes und nach dem Vorbilde vieler anderer deutscher Städte beschloss die Stadtverordnetenversammlung Dürens am 21. März 1895 (mit 15 Stimmen der Mitglieder der ersten und zweiten Steuerklasse), den Fürsten Bismarck aus Anlass der Vollendung des 80. Lebensjahres zum Ehrenbürger der Stadt Düren zu ernennen.
Bei einer gemeinsamen Huldigung der rheinischen Städte vor dem Fürsten von Bismarck in Friedrichsruh am 19. Mai 1895 wurde der Ehrenbürgerbrief der Stadt Düren durch Bürgermeister August Klotz und den ersten Beigeordneten Richard Schüll überreicht.

Als Fürst Bismarck am 30. Juli 1898 verstorben war, berief Bürgermeister Klotz eine Trauersitzung der Stadtverordneten mit dem einzigen Gegenstand: "Ehrung für den verewigten Ehrenbürger der Stadt, Seine Durchlaucht den Fürsten Bismarck" und widmete dem genialen Baumeister des Deutschen Reiches einen Nachruf.
In der ersten allgemeinen Sitzung der Stadtverordneten nach dem Tode des Fürsten, am 16. September 1898, wurde die im Jahre 1894 erbaute neue Rurbrücke auf Wunsch von Eberhard Hoesch, der zum Bau dieser Brücke 50.000 Mark geschenkt hatte, "Bismarckbrücke" benannt.
Eine weitere Ehrung des Fürsten, die Errichtung eines Bismarckturmes, sollte nur Projekt bleiben. Als um die Jahrhundertwende in vielen deutschen Städten Bismarcktürme errichtet wurden, bildete sich auch in Düren unter dem Vorsitz von Prof. Schürmann ein "Verein zur Errichtung eines Bismarckturmes". Zur Aufstellung war die Bismarckhöhe an der Südostecke des Wibbelrusches bestimmt. Das Projekt kam allerdings nicht zur Ausführung.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

Emmerich Stürtz - Verleihung am 14. Oktober 1885

Landrat, Geheimrat

* 28.09.1811 in Aachen
† 01.02.1887 in Düren

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 14.10.1885

Emmerich Stürtz wurde am 28. September 1811 in Aachen geboren. Nach Vollendung seiner gymnasialen und juristischen Studien trat er am 14. Oktober 1835 in den preußischen Staatsdienst ein. Am 15. Juni 1841 wurde er als Regierungsassessor kommissarischer Landrat des Kreises Düren, am 25. Mai 1844 wurde ihm die Verwaltung definitiv übertragen, die er ununterbrochen fast 46 Jahre hindurch bis zu seinem Tode am 1. Februar 1887 leitete.

Im Jahr 1848 wurde Landrat Stürtz als stellvertretender Abgeordneter zur deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt gewählt.

Am 25. Mai 1869 wurde ihm anlässlich seiner 25jährigen Amtsführung als Landrat des Kreises Düren eine Spende von Kreisbewohnern in Höhe von 6.000 Talern zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung überreicht; diese erhielt als „Stiftung Stürtz“ am 9. März 1870 die Rechte einer juristischen Person.
Zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum als preußischer Beamter am 14. Oktober 1885 ehrte ihn die Regierung mit dem Kronorden II. Klasse.
Zuvor waren ihm schon 1854 der Rote Adlerorden IV. Klasse, 1865 der Kronenorden III. Klasse und 1870 der Titel: „Geheimer Regierungsrat“ verliehen worden.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Düren beschloss am 11. August 1885 einstimmig, dem höchsten Beamten des Kreises Düren an seinem Ehrentage das Ehrenbürgerrecht der Stadt Düren zu verleihen.

Nach dem Ausbau des Verbindungsweges zwischen Ober- und Aachener Straße an dem ehemaligen Besitztum des Landrates vorbei (Wohnung Oberstraße 54, landrätliche Amtsräume Oberstraße 52), erhielt dieser Straßenzug - früher im Volksmund „Landrats-Promenädchen“ genannt - durch einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 25. April 1885 die Bezeichnung Stürtzstraße.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

Franz Anton Vaßen - Verleihung am 25. August 1882

Dechant und Oberpfarrer

* 02.02.1799 in Aldenhoven
† 09.02.1891 in Düren

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 25.08.1882

Franz Anton Vaßen wurde in Aldenhoven im Kreis Jülich am 2. Februar 1799 geboren. Seine Kindheit fiel in eine unsichere Zeit. Die Eltern Vaßens hielten deshalb für die Ausbildung ihres begabten, strebsamen Kindes Ausschau nach einem ruhigeren Ort. So kam Vaßen 1809 im Alter von 10 Jahren nach Menden in Westfalen. Von 1813 bis 1817 besuchte er das Gymnaisum Laurentianum zu Arnsberg. Von 1817 bis 1820 studierte er an der philosophischen und theologischen Fakultät der Universität Münster. 1820 bis 1822 war er im Priesterseminar zu Köln. Franz Anton Vaßen wurde am 8. September 1822 im Kölner Dom durch den Weihbischof von Münster, Kaspar Max, Freiherrn von Droste-Vischering, zum Priester geweiht.

Der Verwalter der Erzdiözese Köln, der apostolische Vikar Fonck, sandte den Neupriester nach Düren zur Aushilfe in der Seelsorge, vor allem aber als Lehrer an das Gymnasium. Der junge Kandidat musste sich zunächst noch einer Prüfung vor dem Regierungs- und Schulrat Hüsgen in Aachen unterziehen, um auch von der königlich-preußischen Regierung seine Bestätigung als Lehrer am Gymnasium zu erhalten. Das Gymnasium bestand damals noch in der alten Form und umfasste sechs Klassen. Vaßen unterrichtete in allen Klassen und erteilte Unterricht in Religionslehre, Geschichte, Geographie, Mathematik, Rhetorik und Poetik.

In jene Jahre fällt eines der wichtigsten Ereignisse für die kulturelle Entwicklung Dürens. Durch Ministerialerlass vom 13. November 1826 wurde nämlich das Dürener Gymnasium in die Reihe jener höheren Lehranstalten aufgenommen, die berechtigt sind, die Hochschulreife auszustellen.

Vaßen blieb nach der Neuordnung zunächst am Gymnasium. Bald darauf wurde das bisherige Schulhaus am „lateinischen Kirchhof“, Annaplatz, verlassen und am 7. Januar 1827 das zum Gymnasium umgebaute Kapuzinerkloster feierlich eingeweiht.

Die kirchlichen Verhältnisse im Rheinland waren inzwischen durch die Bulle Pius VII. „De salute animarum“ vom 16. Juli 1821 neu geordnet worden; das 1801 errichtete Bistum Aachen wurde aufgehoben, das Erzbistum Köln wieder hergestellt und Köln zur Metropole der niederrheinischen Kirchenprovinz bestimmt; am 20. Dezember 1824 erhielt die Erzdiözese als neuen Oberhirten Ferdinand August von Spiegel, Graf zum Desenberg und Canstein.

Von diesem wurde Vaßen im Jahre 1831 nach Zons am Niederrhein gesandt. Hier erwarb er sich so das Vertrauen seiner Vorgesetzten, dass er bereits nach elfjährigem Wirken am 10. März 1842 die ehrenvolle Ernennung zum Oberpfarrer an St. Martin zu Düren - wie die  St. Annakirche damals amtlich noch genannt wurde - erhielt.

So kehrte Vaßen an die Stätte seiner ersten priesterlichen Tätigkeit zurück; fast ein halbes Jahrhundert hindurch blieb er Seelsorger der Stadt und Hüter der St. Annareliquie.

Am 30. April 1857 wurde Vaßen zum Landdechant des Dekanates Düren, im Jahre 1860 zum Lokalschulinspektor ernannt.

Mit besonderer Liebe und Fürsorge war der Oberpfarrer den Armen und Verlassenen, besonders den Waisenkindern, zugetan. Aus dem von ihm im Jahre 1850 gegründeten St. Vinzenzverein entstand die Anregung zur Gründung eines Waisenhauses. Im Jahre 1854 konnte Vaßen zu diesem Zweck das ehemalige kurfürstliche Rentmeistereigebäude an der Oberstraße zum Preise von 5.000 Talern erwerben; ebenso hoch waren die Kosten des Umbaus und der Inneneinrichtung.

Von allen Klassen und Schichten wurde Dechant Vaßen wie ein Vater verehrt. So ist es nicht zu verwundern, wenn seine kirchlichen Jubeltage von der gesamten Bürgerschaft gefeiert wurden, so sein goldenes Priesterjubiläum am 8. September 1872 (an welchem ihm von der Regierung der rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen wurde), vor allem aber sein sechzigjähriges Priesterjubiläum im Jahre 1882.
Am 25. August beschlossen die Stadtverordneten, den Priesterjubilar zu dem so seltenen Ehrentage zum Ehrenbürger der Stadt Düren zu ernennen; es war dies das erste Mal, dass die Stadtverordnetenversammlung die Ehrenbürgerwürde verlieh. Die Ehrenurkunde wurde Dechant Vaßen von Bürgermeister Werners an der Spitze einer Deputation überreicht.

Als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit und Verehrung errichteten die katholischen Bürger Dürens die St. Annasäule auf dem Altenteich. Die nach einem Entwurf von Wiethase ausgeführte St. Annasäule trägt folgende Inschrift:

„In honorem S(anctae) Annae Matr(is) B(eatae) M(ariae) Vgs (Virginis).
(= Zu Ehren der heiligen Anna, der Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria.)
Zum Andenken an das 60jährige Priesterjubiläum des hochw. Herrn Dechanten und Oberpfarrers Franz Anton Vaßen in dankbarer Liebe gestiftet von den katholischen Buergern der Stadt Dueren am 10. September 1882.“

Die letzte hohe Auszeichnung wurde Vaßen am 20. November 1888 zuteil, als Erzbischof Philippus Krementz ihn zum Ehrenstiftsherrn an der Collegiat-Stiftskirche zu Aachen ernannte.

Kurz vor Vollendung des 92. Lebensjahres starb Dechant Vaßen am 9. Februar 1891. In einem Ehrengrabe wurde er auf dem alten Friedhof beigesetzt. Das Grab wurde mit einem Denkmal geschmückt, an dessen Kosten sich auch die Stadtverwaltung beteiligte.

Dem Straßenzug zwischen Hohenzollern- und Bergstraße gab die Stadtverordnetenversammlung durch Beschluss vom 12. Juni 1914 die Bezeichnung: „Dechant-Vaßen-Straße“.


Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

 


 

Ehrenring der Stadt Düren

Für hervorragende Verdienste auf dem Gebiete der Kunst, der Wissenschaft, des politischen, des kulturellen, des wirtschaftlichen oder des sozialen Lebens verleiht die Stadt Düren den Ehrenring der Stadt Düren. Dieser ist in 18karätigem Gold gefertigt und trägt das Wappen der Stadt Düren. In die Innenseite werden der Name des Ausgezeichneten und das Datum der Verleihung eingraviert. Der Ehrenring der Stadt Düren wird höchstens an zehn lebende Träger verliehen. Mitglieder des Rates können mit dem Ehrenring erst nach ihrem Ausscheiden aus dem Rat der Stadt Düren ausgezeichnet werden.

Empfängerinnen und Empfänger des Ehrenrings

Empfängerinnen und Empfänger des Ehrenrings
 

Empfänger/in Ratsbeschluss vom    
Stadtarchivar Rektor a.D. Josef Geuenich                14.03.1972
Hans Frenken 28.02.1978
Matthias Kurth 28.02.1978
Paul Hoesch 28.02.1978
Carola Peill 12.09.1989
Wolfgang Vogt, ehem. Bürgermeister 23.11.2004
Josef Vosen, ehem. Bürgermeister 01.02.2005
Käthe Hofrath 07.12.2011
Heinrich August Schoeller 12.07.2018

 


 

Bürgermedaille der Stadt Düren

Bürger der Stadt Düren, die besondere Verdienste um das Wohl und das Ansehen der Stadt und ihrer Bürgerschaft erworben haben, können mit der Bürgermedaille der Stadt Düren ausgezeichnet werden. Die Bürgermedaille ist in 835 Feinsilber massiv ausgeführt. Sie hat einen Durchmesser von 60 mm und trägt auf der Vorderseite das Wappen der Stadt Düren. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift: Für besondere Verdienste. Der Name des Ausgezeichneten und das Datum der Verleihung werden eingraviert.

Empfängerinnen und Empfänger der Bürgermedaille

Empfängerinnen und Empfänger der Bürgermedaille
 

Empfänger/in Ratsbeschluss vom
Hubert Fabry 28.02.1978
Jordan Hünerbein 28.02.1978
Heinrich Roemer 28.02.1978
Hans Reuter 28.02.1978
Karl Strahn 28.02.1978
Oberpfarrer i. R. Stephan Weckauf 30.10.1978
Gerhard Barth 30.10.1978
Studiendirektor Robert Möthrath 06.12.1978
Michael Schmitz 06.12.1978
Studiendirektor a. D. Christian Reimer 10.06.1980
Hermann Koch 10.06.1980
Schwester M. Scholastika Schierbaum 10.06.1980

Dr. jur. Wilhelm Hofacker Erster Beigeordneter a.D.

14.10.1981
Ordensschwester Luise Kraski 04.11.1982
Ernst Ohst 12.09.1989
Hans Becker, ehem. Bürgermeister 19.10.1989
Heinrich Pohl 19.10.1989
Josef Bergs 19.10.1989
Leopold Selz 19.10.1989
Karl Schleker 19.10.1989
Klaus Kratz 19.10.1989
Walter Franke 19.10.1989
Horst Müther 19.10.1989
Philipp Porschen 07.06.1990
Manfred von Ameln 16.03.1994
Heinz-August Gasper 16.03.1994
Hermann Hilgers 16.03.1994
Franz-Josef Keimes 16.03.1994
Peter Koschorreck 16.03.1994
Wolfgang Lange 16.03.1994
Bürgermeister Josef Vosen 16.03.1994
Heinz Bauer 04.03.1997
Käthe Hofrath 04.03.1997
Friedhelm Wirges 04.03.1997
Karl Ventzke 01.09.1999
Ingo Schloemer 30.05.2001
Jürgen Heinrichs 24.03.2004
Heidemarie Meier-Grass 10.05.2007
Arnold Bergs 15.12.2009
Rolf Delhougne 15.12.2009
Karl-Albert Eßer 15.12.2009
Peter Borsdorff 17.07.2013
Ursula Otte 12.02.2014
Paula Schütz 09.10.2019
Dr. Achim Jaeger 09.10.2019
Lothar Schubert 09.10.2019
Hermann Josef Geuenich MdR 09.10.2019
Rainer Guthausen MdR 09.10.2019
Bruno Voß MdR 09.10.2019

 


 

Ehrenplakette der Stadt Düren

Persönlichkeiten, die Verdienste um die Stadt Düren oder besondere Erfolge im Bereich des Berufes oder des Sportes erworben haben, kann die Ehrenplakette der Stadt Düren verliehen werden. Die Ehrenplakette der Stadt Düren ist in Bronze ausgeführt und hat einen Durchmesser von 90 mm. Sie trägt auf der Vorderseite das Wappen der Stadt Düren und auf der Rückseite die Silhouette des Turmes der zerstörten Annakirche mit umliegenden Gebäuden. Der Name des Ausgezeichneten und das Datum der Verleihung sind einzugravieren.

Empfängerinnen und Empfänger der Ehrenplakette

Empfängerinnen und Empfänger der Ehrenplakette

Empfänger/in Ratsbeschluss vom
Sigismund Kirschbaum 28.02.1978
Bürgermeister Pierre Carous
Valenciennes, Frankreich

21.02.1979

Fernand Nicaise
Valenciennes, Frankreich
21.02.1979
Roger Liétard
Valenciennes, Frankreich
21.02.1979
Ernst Müller
Box-Europameister im Weltergewicht               
13.06.1979
Matthias Gottschalk 18.12.1979
Josef Kuck 18.12.1979
Jakob Laufs 18.12.1979
Pfarrer Wilhelm Laufenberg 10.06.1980
Petronella Jerusalem 10.06.1980
Olivier Marlière, ehem. Bürgermeister
Valenciennes, Frankreich
16.03.1989
Matthias Scherten 07.06.1990
Johann Jansen 07.06.1990
Franz Spiesberger
Altmünster, Österreich
24.02.1993
Dr. Hugo Scheuba
Altmünster, Österreich
21.12.1995
Franz Braun 21.12.1995
Harry Bachmann 09.10.1996
Franz Joseph Hall 30.05.2001
Geneviève Adam
Valenciennes, Frankreich
10.05.2007
Bürgermeister Ferhat Mustafić 
Gradačac, Bosnien-Herzegowina
10.05.2007
Bürgermeister Johannes Schobesberger
Altmünster, Österreich
10.05.2007