TONSPUREN Alte Musik in der Kulturfabrik

17.01.2022
19:30 - 22:00 Uhr

Die Ideen der Aufklärung, mit denen sich die jungen Musiker in der Mitte des 18ten Jahrhunderts intensiv beschäftigten, insbesondere im Umfeld Friedrichs des Großen, hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Musik. Der denkende und fühlende Mensch stand ab sofort im Mittelpunkt. War noch bis zu Johann Sebastian Bach der Musiker und Interpret hinter der Musik zurückgetreten, so gewinnen nun seine Gefühle und Gedanken an Bedeutung. Dieser neue Zeitgeist der Generation der Bachsöhne erst machte den Wechsel von Barock zur Klassik möglich und erforderlich. Spannend werden diese Umbruchzeiten insbesondere dadurch, dass einzelne Musiker auf ganz unterschiedlichen Wegen nach neuen Ausdrucksformen suchen. Welcher von ihnen sich letztendlich durchsetzen wird, ist noch ungewiss. „Sturm und Drang“, „Empfindsamkeit“ und „Galanter Stil“ sowie „Frühklassik“ stehen nebeneinander, letztendlich alles  sowieso nur unbeholfene Versuche, die neue Musik zu etikettieren. Das Ensemble StilArt spielt mit 2 Flöten, Cello und Cembalo einige dieser faszinierenden Musikwerke von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian Bach, in denen der Wechsel hin zu einem neuen Zeitgeist hörbar wird. Die Musiker spielen auf Kopien historischer Instrumente des 18ten Jahrhunderts.

Annie Laflamme, Traversflöte
ist Québécoise und fühlt sich der Sprache des Alten Frankreich ebenso nah, wie sie als Künstlerin mit der Musik der Alten Welt verbunden ist. So zog es Annie Laflamme nach ihrem Studium der Querflöte in Montreal zurück in die Musikmetropole Wien. Hier lernte sie die heute Neue Welt der Alten Musik kennen, deren Studium sie am königlichen Konservatorium in den Haag vervollkommnete. Heute lebt Annie Laflamme als Spezialistin für historische Flöten des Barock, der Klassik und der Romantik in Mettmann. Sie arbeitet mit renommierten Ensembles wie z. B., Les Musiciens du Louvre (Marc Minkowski – Frankreich), Musicaeterna (Teodor Currentzis – Russland), und der Concentus Musicus Wien (Stefan Gottfried – Österreich). Ihre Konzertreisen als Solistin, Kammer- und Orchestermusikerin so wie ihre Arbeit als passionierte Pädagogin führen sie durch Europa, Amerika und Asien. Zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkmitschnitte belegen Ihre künstlerische Tätigkeit. Als Gründungsmitglied des Ensembles Compagnia di Punto beschreitet sie seit dem Jahr 2010 neue Wege auf alten Instrumenten. 

Darja Großheide, Traversflöte
studierte am Conservatorio Cesare Pollini in Padua sowie an den Musikhochschulen von Maastricht und Köln. Bei Karl Kaiser machte sie ein zweijähriges Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a.Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründet Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren vom Kunstförderverein Kreis Düren veranstaltet wird und die sie als Musikalische Leiterin betreut. Die Teilnahme an Musiktheaterproduktionen des Regisseurs A.Schvarzstein prägte ihre Arbeit nachhaltig. Mit ihrem Kölner NachtigallenEnsemble konzipiert sie auch Familienkonzerte. Derzeit widmet sie sich der Aufnahme von Sololiteratur für Traversflöte.

Elisabeth Wand, Violoncello
studierte Cello an der Hochschule für Musik Köln bei Prof.J.Herzbruch sowie an der  Musikhochschule Detmold bei Frau Prof. I. Güdel. Künstlerische Aufbaustudien an den Musikhochschulen Köln (bei M.M. Kasper) und an der Musikhochschule Frankfurt (Barockcello bei Prof. R. Zipperling) schlossen sich an. Neben ihrer Lehrtätigkeit tritt sie regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin auf. Mit der Flötistin Dorothee Oberlinger wurde sie für das Nachwuchsforum Neue Musik der „Gesellschaft für Neue Musik“ ausgewählt. CD-Produktionen sowie Aufnahmen beim WDR, HR, SWR und im Ausland schlossen sich an. Seit 2002 widmet sie sich in verschiedenen Ensembles (z.B. Concerto Köln, Das Neue Orchester, Das Kleine Konzert) der historischen Aufführungspraxis. Ihre Einspielung mit dem Geiger Stephan Schardt wurde 2014 mit dem renommierten ECHO-Klassik-Preis ausgezeichnet. 

Michael Borgstede, Cembalo
Der Cembalist, Fortepianist und Organist Michael Borgstede gilt auf historischen Tasteninstrumenten als einer der aufregendsten Virtuosen seiner Generation. Als Solist und als Mitglied des Kammermusikensembles Musica ad Rhenum hat er ganz Europa, die USA, Asien, Südamerika und den Nahen Osten bereist und ist bei den wichtigsten Festivals und in den traditionsreichsten Konzerthallen aufgetreten. Zudem ist Michael Borgstede als Professor für Cembalo und Generalbass an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln beschäftigt. Seine etwa zwei Dutzend CD-Produktionen wurden von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Schon die Debut-Aufnahme mit dem Gesamtwerk des französischen Komponisten François Couperin wurde mit dem angesehen Editor’s Choice geehrt. Nicht weniger enthusiastisch waren die Reaktionen auf das Vier-CD-Set mit Cembalowerken Georg Friedrich Händels. Michael Borgstedes letzte Solo-Aufnahme mit dem Cembalowerk der Forquerays wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Michael Borgstede studierte Cembalo mit Jacques Ogg am Königlichen Konservatorium von Den Haag. Weitere musikalische Impulse bekam er am Cembalo von Ton Koopman, Lars Ulrik Mortensen und Gustav Leonhardt, an der Orgel von Bernard Winsemius und Harald Vogel. Neben seiner ausgiebigen Konzerttätigkeit hat Michael Borgstede an verschiedenen Institutionen unterrichtet und wird regelmäßig eingeladen, internationale Meisterkurse und Lesungen zur „Historischen Aufführungspraxis“ zu geben.

Becker und Funck (Fabrik für Kultur und Stadtteil)

Binsfelder Str. 77
52351 Düren
Mobil: 0170/2736828