Performing Landscapes
Ganztägig
„Performing Landscapes“ geht einem Verständnis von Landschaft nach, das von Arbeit, Rohstoffgewinnung und gesellschaftlichem Wandel geprägt ist. Die Ausstellung untersucht, wie Landschaften als Orte gesehen werden können, an denen Geologie, politische Geschichte und Erinnerung untrennbar miteinander verwoben sind. Wer den Spuren von Kohle, Sandstein, Marmor oder Uran folgt, begibt sich auf eine Reise durch die Geschichten, die sich auf widersprüchliche Weise überschneiden und in denen das Industrielle und das Ökologische untrennbar miteinander verbunden sind.
Über Kunstwerke, Interventionen und anhand von Präsentationen archivarischer Forschung erschließt die Ausstellung die komplexe Beziehung zwischen Rohstoffgewinnung und menschlichem sowie nicht-menschlichem Leben. Die Arbeiten reichen vom Tagebau Hambach – der größten künstlichen Grube Europas – über die Moorlandschaften Norddeutschlands, die ehemaligen Standorte des Uranbergbauunternehmens Wismut, bis hin zu kolumbianischen und britischen Kohlebergwerken. Das Projekt baut auf der fortlaufenden Beschäftigung des LHM mit Industrielandschaften auf, das mit „Vom Leben in Industrielandschaften – Eine fotografische Bestandsaufnahme" (2019) begann und mit „Vom Leben in Industrielandschaften – Den Strukturwandel im Blick“ (2021) fortgesetzt wurde. Mit „Performing Landscapes“ widmet sich das LHM den sozialen, historischen und politischen Prozessen, die Industrielandschaften prägen – den Konflikten, archivarischen Lücken, Akten des Widerstands und gelebten Erfahrungen, die innerhalb und jenseits der sichtbaren Landschaft liegen.
Die Ausstellung verbindet Kunstwerke mit Forschung sowie räumlichen und szenografischen Interventionen und wurde gemeinsam mit Studierenden des Fachbereichs Szenografie und Ausstellungsgestaltung der HfG Karlsruhe konzipiert und entwickelt. Die Arbeiten und Forschungsbeiträge von Helena Bänsch, Franka Karola Breunig, Peter Oellerich, Ruby Richter, Lilith Stumpf und Laura Waterstradt stehen im Dialog mit ausgewählten Werken aus der Sammlung des LHM, Archivmaterialien sowie ausgewählten Arbeiten von Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Alex Grein, Laura Haak, Susanne Kriemann, Camilo Pachón & Sara Alvarado, Elizabeth Price und Silke Schatz.