„Cara mamma Ritornero“. Archäologische Annäherung an die Zwangsarbeit in der Region

17.08.2021
20:00 Uhr

Über die Zwangsarbeiterlager Jülich-Süd und Siersdorf und das Kriegsgefangenenlager Arnoldsweiler. Dem Arbeitskräftemangel während des Zweiten Weltkrieges versuchte man durch den breiten Einsatz von Zwangsarbeitern in der Industrie und in der Land- und Forstwirtschaft zu begegnen. Eine riesige Zahl von sogenannten „Ostarbeitern“ und Kriegsgefangene aus ganz Europa wurden für diese Arbeiten zwangsrekrutiert. Oft war die Versorgung und Unterbringung katastrophal, Flucht oder Widerstand wurde mit drakonischen Strafen geahndet. Im Gegensatz zu den Konzentrationslagern oder Kriegsverbrechen gegen Zivilbevölkerung war das Schicksal der Zwangsarbeiter für alle Einwohner Deutschlands ein unübersehbares Phänomen. Regionale Untersuchungen zur Zwangsarbeit in den letzten Jahren haben eindrucksvoll vor Augen geführt, wie das Schicksal der zum Arbeitseinsatz gezwungenen Frauen und Männer die Grausamkeit des Krieges schon lange vor 1944 bis in die kleinsten Orte getragen hat. In den Zwangsarbeiterlagern beim Reichsbahnausbesserungswerk in Jülich, bei der Zeche Emil Mayrisch in Siersdorf und im Kriegsgefangenenlager Düren-Arnoldsweiler hat das Museum Zitadelle Jülich seit 2004 archäologische Begehungen und Dokumentationskampagnen durchgeführt, die über die zufälligen Hinterlassenschaften dieser Zeit wichtige Einblicke in das Schicksal der Zwangsarbeiter ermöglichen. Marcell Perse M.A. ist Leiter des Museums Zitadelle Jülich. Als Archäologe liegen ihm Projekte zu „Denkmälern des Unerfreulichen“ am Herzen.

 

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