Ausstellungen der Günther-Peill-Stiftung

02.05.2021 - 08.08.2021
Ganztägig

ALICE CREISCHER

„Komm, wir gehen in die Wälder“

Preisträgerin der Günther-Peill-Stiftung 2018

Alice Creischers (*1960 in Gerolstein) vielfältige künstlerische Praxis schließt zahlreiche Ausdrucksformen ein und umfasst auch das Schreiben und das Kuratieren von Ausstellungen. Ihre Arbeit ist geprägt durch die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart des Kapitalismus, dessen weltweiten Auswirkungen auf soziale und ökologische Lebensbedingungen und den damit verbundenen soziologischen und ästhetischen Diskursen. Die Inhalte, die sich aus ihren Überlegungen und Erfahrungen ergeben, überträgt sie in szenografische Situationen. So schafft sie begehbare Bühnenbilder, in denen Bilder zu Text und Texte zu Bildern werden. Creischers Bildsprache speist sich aus unterschiedlichsten Formen von Alltags und Populärkultur. In ihren Filmen finden sich Motive aus Märchen und Sagen, ihre filigranen Papierinstallationen erinnern an Klöppelarbeiten. Malereien, Zeichnungen und Collagen nehmen stilistische Elemente aus der Volkskunst auf und schaffen auf diesem Weg Zugänglichkeit zu formal und inhaltlich vielschichtigen Thematiken. Zahlreiche Kollaborationen mit anderen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zeugen zudem von einem steten Experiment mit unterschiedlichen Formen künstlerischer Autorschaft. Für ihre Ausstellung in Düren plant Creischer eine neue Arbeit, die unter anderem von den Protesten gegen den Braunkohleabbau in der Region angeregt wurde.

KASIA FUDAKOWSKI

„Türen“

Stipendiatin der Günther-Peill-Stiftung 2018 – 2020

Ein vielgestaltiger Paravent durchzieht den Ausstellungsraum. Kasia Fudakowskis (*1985 in London) Langzeitskulptur „Continuouslessness“ vereint unterschiedlichste Elemente zu einer Parade kontrastierender Materialien, Formen und Farben. Variabel in der Anordnung bilden die einander stützenden Module Nachbarschaften auf Zeit. Das schräge, andeutungsreiche Beziehungsgefüge mit zungenbrecherischem Titel wirft Fragen nach Abhängigkeit, Spielraum und Autonomie innerhalb eines Systems auf – und führt nebenbei in den konzeptuell grundierten, bildhauerischen Kosmos der Künstlerin. Häufig eignet sich Fudakowski, deren Arbeiten auf einem schmalen Grat zwischen Komik und Schrecken balancieren, Formensprache und Wortschatz spezifischer Branchen oder Institutionen an. Mit Sprachwitz legt sie Stereotype und die Willkürlichkeit von Vorschriften bloß und führt Ordnungsstrukturen ad absurdum. Dabei nimmt sie Bezug auf Bereiche wie Kunsthandwerk oder Stand-Up-Comedy und bezieht andere in die Produktion mit ein. Erstmals zeigt sie in Düren auch Holzschnitte, die für ihr Buch „The Roll of the Artist“ entstanden. Sie deutet darin auf reale wie mentale Türen, die es in einem von Konventionen und Rollenmustern geprägten Alltag zu öffnen gilt.

 

PAKUI HARDWARE

„Shapeshifters“

Stipendiat*innen der Günther-Peill-Stiftung 2018 – 2020

Zunehmend treten wir in Interaktion mit Maschinen mit künstlicher Intelligenz. Wie verändert sich das Verhältnis zu Körper und Technik, wenn Assistenzsysteme zu Dialogpartnern werden und „virtuelle Fürsorge“ menschliche Kontakte ersetzt? Fragestellungen wie diese bilden die Basis der künstlerischen Arbeit von Pakui Hardware (*1977 und *1984 in Litauen), in deren Zentrum der Körper als veränderliche, optimierbare Schnittstelle zahlreicher Einflüsse steht. Ihre Installationen umkreisen die Beziehung zwischen Mensch, Umwelt und Technologie. Organische und synthetische Elemente verbinden sich zu hybriden skulpturalen Konstellationen, die kategoriale Trennungen von Natürlichem und Künstlichem, Innen und Außen hinterfragen. Einige wecken Assoziationen an Stoffwechselprozesse oder futuristische Laborapparaturen, andere erscheinen als Figurationen fremdartiger Lebensformen, von denen in ihrer fragmentarischen Gestalt eine unheimliche Energie ausgeht. Indem sie auf die mit Digitalisierung, synthetischer Biologie, Robotik und Körperdesign einhergehenden Versprechen, Ängste und Gefahren verweisen, entfalten die Arbeiten auch ein kritisches Potenzial.

 

 

Leopold-Hoesch-Museum

Das im Jahre 1905 im Gedenken an den Dürener Industriellen Leopold Hoesch gestiftete Museum ist das einzige repräsentative historische Gebäude der Innenstadt.

Hoeschplatz 1
52349 Düren
Tel.: 02421/25-2561

Öffnungszeiten

Dienstag: 10:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag: 10:00 - 17:00 Uhr
Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr

Weitere Information

Bitte beachten Sie, dass das Museum nur mit einem zertifizierten, negativen Coronatest und nach telefonischer Voranmeldung besucht werden kann. Der Test muss innerhalb von 24 Stunden vor Ihrem Besuch durchgeführt worden sein. Kinder unter 14 Jahren sind von dieser Regelung befreit.