Apropos Papier: Jimmy Robert – Plié

08.03.2020 - 06.09.2020
Ganztägig

Für das Ausstellungsformat „Apropos Papier:“, das die Relevanz des Werkstoffs Papier für die Gegenwartskunst untersucht, hat Jimmy Robert eine raumbezogene Installation im Leopold-Hoesch-Museum geschaffen.

Mit gefundenen wie mit eigenen Fotografien, mit Texten, Videosequenzen, skulpturalen Setzungen und Installationen sowie mit Performances schafft der Künstler Jimmy Robert (*1975) mentale wie körperliche Bezugsräume für die Auseinandersetzung mit Fragen kultureller und gesellschaftlicher Identität. Oft nutzt er dabei Primärmaterialien wie Stoff, Holz oder Papier, die er manuell bearbeitet, die er collagiert, schichtet, faltet, perforiert. Durch die Betonung der spezifischen Materialeigenschaften lässt er diesen Elementen wesenhafte Bedeutung zukommen, sie werden zu Partnern des performativen Prozesses und heben die Unterscheidung zwischen Objekt und Körper, Bild und Raum auf. Dabei werden gesellschaftlich definierte und kulturell wie körperlich wirksame Grenzen, die über die Zuordnung zu Herkunft, Geschlecht oder Klasse erfolgen, thematisiert und erfahrbar gemacht, ihr Anspruch zugleich in Frage gestellt und als Konstruktion erkennbar. Jimmy Robert stammt aus Guadeloupe, ist in Paris aufgewachsen, in London ausgebildet und hat an unterschiedlichen Orten in Europa gelebt und gearbeitet. Er kennt die Wirksamkeit gesellschaftlicher Bezugssysteme, die immer auch Instrumente von Distinktion und Herrschaft sind, und nimmt ihre kulturelle Aktivierung aus verschiedenen Perspektiven wahr.

Für das Ausstellungsformat „Apropos Papier:“, das die Relevanz des Werkstoffs Papier für die Gegenwartskunst untersucht, hat Jimmy Robert eine raumbezogene Installation im Leopold-Hoesch-Museum geschaffen. Diese basiert auf selbst verfassten und adaptierten Texten, die als Reflexionen zu Körper, Geste, Rolle, Ort und Funktion gelesen werden können. Die Texte sind als skulpturale Elemente unterschiedlichen Grades gegenwärtig und korrespondieren mit ebenfalls skulptural aufbereiteten Fotografien des Künstlers als Tänzer. Darüber hinaus werden ihre Inhalte über einen gesanglichen Vortrag als klangliche Präsenz den räumlichen Kontext erweitern. Vom Künstler ausgewählte Objekte aus den Sammlungsbeständen des Leopold-Hoesch-Museums wie des assoziierten Papiermuseums Düren verorten als konstitutive Bestandteile die Installation und markieren ihre kontextuelle Bedeutung.

Leopold-Hoesch-Museum

Das im Jahre 1905 im Gedenken an den Dürener Industriellen Leopold Hoesch gestiftete Museum ist das einzige repräsentative historische Gebäude der Innenstadt.

Hoeschplatz 1
52349 Düren
Tel.: 02421/25-2561

Öffnungszeiten

Dienstag: 10:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 19:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag: 10:00 - 17:00 Uhr
Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr

Weitere Termine

bis 6.9.2020