Diskriminierung von Alleinerziehenden bei der Wohnungssuche

11.01.2021

Düren. Das Netzwerk für Alleinerziehende in Düren macht auf die besondere Problematik Alleinerziehender bei der Wohnungssuche aufmerksam und versucht, vor allen Dingen die Vermieter für dieses Thema zu sensibilisieren.

Christina van Essen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Düren und Leiterin des Netzwerks, bekommt im Laufe eines Jahres viele Hilferufe von Alleinerziehenden, die verzweifelt eine Wohnung in der Stadt suchen. „Und das sind durchaus nicht nur solche, die Transferleistungen beziehen. Auch Alleinerziehende mit einem geregelten Einkommen finden nur schwer eine Wohnung.“, erklärt sie.
Andrea Kenter, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Düren, und Marion Klein-Bojanowski, Projektleiterin bei der low-tec, bestätigen das. „Wir haben das Projekt AMIKA, das für Arbeitschancen für Migrantinnen mit Kind in der Altenpflege steht. Wir bieten viele Qualifizierungskurse an und vermitteln Alleinerziehende beispielsweise in Teilzeitberufsausbildungen.“, erläutert Marion Klein-Bojanowski. „Immer wieder werden wir mit dem Problem konfrontiert, dass Alleinerziehende lange Wartezeiten haben, bevor sie eine Wohnung finden, dass sie oft in problematische Viertel ziehen müssen, in denen sie sich nicht sicher fühlen, oder außerhalb der Stadt eine Wohnung finden müssen, was sie wiederum vor Transportprobleme stellt.“

Das Thema ist signifikant wichtig, hat das Netzwerk Alleinerziehende erkannt, und es ist ein Thema, das größtenteils Frauen betrifft. Laut statistischem Bundesamt waren im Jahr 2019 rund 2,2 Millionen Mütter und etwa 407 000 Väter alleinerziehend in Deutschland.
In der Stadt Düren gilt ca. jeder vierte Haushalt als alleinerziehend. In Düren ist das Thema deshalb besonders dringlich, denn hier leben mehr Alleinerziehende in Haushalten als im Landesdurchschnitt, und der Anteil an gefördertem Wohnungsbau ist hier geringer als im Landesdurchschnitt. 

Christina van Essen: „Ich finde es beschämend, dass sich Alleinerziehende, die bereits so viele Erziehungsaufgaben allein bewältigen müssen, auch noch bei der Wohnungssuche regelrecht diskriminiert fühlen.“ Dass dem so ist und auch Alleinerziehende mit geregeltem Einkommen wie „Mieter 2. Klasse“ behandelt werden, führt das Netzwerk für Alleinerziehende auf Vorurteile zurück, die gegen Alleinerziehende anscheinend bestehen. Das Netzwerk hat es sich deshalb für das Jahr 2021 zum Ziel gesetzt, gegen diese Vorurteile anzugehen. Es steht als Ansprechpartner für Informationen und Fragen unter der Telefonnummer: 02421 25-2260 und per E-Mail: frauenbuero@dueren.de zur Verfügung.
 

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