Archivschatz des Stadt- und Kreisarchivs zur Geschichte der Dürener Lokalpresse
09.08.2024
Unter anderem zeigt der Archivschatz dabei die Anordnung des Aachener Regierungspräsidenten aus dem Jahr 1933 für ein dreitätiges Verbot der „Dürener Zeitung“, weil das Blatt angeblich mit zwei Artikeln den konfessionellen Frieden gefährdet habe.
Die lange Geschichte der lokalen Presselandschaft in Düren begann am 1. August 1818: Im Auftrag des Dürener Landrates Freiherr von Lommessem erschien erstmalig das „Landräthliche Korrespondenz-Blatt“. Im Jahr 1839 wurde die Zeitung dann in „Dürener Anzeiger und Unterhaltungsblatt“ umbenannt. Der Dürener Anzeiger war nahezu 40 Jahre lang die einzige große Zeitung in der Umgebung. Erst mit dem 1854 erschienenen „Verkündiger für den Kreis Düren“ erhielt die Zeitung eine ernsthafte Konkurrenz. Im März 1909 wurde der Druck des Dürener Anzeigers eingestellt, weil die 1872 gegründete „Dürener Zeitung“ das Blatt übernahm.
„Historische Zeitungen sind eine wichtige Quelle zur Regional- und Ortsgeschichte, weil sie eine wertvolle Ergänzung zu amtlichen Überlieferungen darstellen. Sie beleuchten Personen und Ereignisse aus einer anderen Sicht und für ein anderes Publikum. Außerdem können sie Lücken in der amtlichen Überlieferung schließen. Und, neben Auskünften über die Entwicklung des Pressewesens lassen sich hier Informationen über Politik-, Sozial-, Mentalitäts- und Alltagsgeschichte finden, da sie die jeweils aktuellen Problemlagen und das geistige Klima der Bevölkerung abbilden“, sagt der Leiter des Dürener Stadt- und Kreisarchivs, Daniel Schulte. „Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Lokalzeitungen Dürens möglichst lückenlos zu überliefern.“
Neben einer Reihe kleinerer Zeitungen, die häufig nur für einen kurzen Zeitraum und/ oder in geringer Auflagenstärke publiziert worden sind, befinden sich im Archiv Bestände des „Landräthlichen Korrespondenz-Blattes“ (1818 – 1909), des „Verkündigers für den Kreis Düren“ (1854 – 1875), der „Dürener Volkszeitung“ (1876 – 1934), des „Westdeutschen Beobachters“ (1933 – 1944), der „Dürener Nachrichten“ (1945 – 2023) und der „Dürener Zeitung“ (1875 – bis heute). Der Großteil dieser Zeitungen kann frei im Stadt- und Kreisarchiv zu den Öffnungszeiten eingesehen werden. Lediglich einige in schlechtem Zustand befindliche Zeitungsbestände sind davon ausgenommen.
Der jeweilige Archivschatz wird im Lesesaal des Stadt- und Kreisarchivs in Vitrinen ausgestellt und ist zu den regulären Öffnungszeiten des Archivs einsehbar. Das Stadt- und Kreisarchiv ist dienstags bis donnerstags von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.