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Ortsgruppe amnesty international Düren feierte 40. Geburtstag im Rathaus
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Ortsgruppe amnesty international Düren feierte 40. Geburtstag im Rathaus

Düren, den 12.10.2017

Düren. Im Foyer des Dürener Rathauses wurde das 40-jährige Bestehen der Ortsgruppe Düren von amnesty international (ai) gefeiert. Im Mittelpunkt stand Ursula Otte, Mitbegründerin und erste Sprecherin der Gruppe sowie 40 Jahre lang deren Herz, Seele und Motor. Umrahmt wurde die Feier von einer Ausstellung zur Geschichte der Ortsgruppe, die im Rathausfoyer zu den üblichen Rathausöffnungszeiten noch bis zum 24. Oktober zu sehen ist. Aus Aachen war die Vorstandssprecherin der deutschen Sektion von amnesty international, Gabriele Stein, angereist, um den Dürenern zu gratulieren.

Ursula Otte (Mitte) und Gabriele Stein trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Düren ein. Foto: Stadt Düren

Ursula Otte (Mitte) und Gabriele Stein trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Düren ein. Foto: Stadt Düren

Bürgermeister Paul Larue erinnerte an die Anfänge der ai-Bewegung, bei der immer der einzelne Mensch im Mittelpunkt steht, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Herkunft. „Die Zahl der Menschen, die unterstützt werden müssen, potenziert sich derzeit“, sagte der Bürgermeister. Er würdigte die Verdienste der Ortsgruppe, die sich seit ihrer Gründung vier Jahrzehnte lang für andere eingesetzt und Dürener Bürgerinnen und Bürger mit ihren Aktionen wachgerüttelt hat. „Ich sage Ihnen den Dank der Stadt dafür, dass Sie uns Stachel im Fleisch waren“, sagte Paul Larue. Durch Unterschriften-Aktionen, Lesungen und Ausstellungen machten die Mitglieder der Gruppe unermüdlich auf die Schicksale von Folteropfern, zu Unrecht Inhaftierten und politisch Verfolgten aufmerksam. „Wir können nicht ermessen, wie viele tausend Stunden es gewesen sind, in denen Sie sich eingesetzt haben für einzelne Menschen.“, schloss der Bürgermeister.
Vorstandssprecherin Gabriele Stein nannte ein paar Zahlen: Rund 600 ai-Gruppen gibt es in Deutschland mit etwa 140 000 Mitgliedern. Diese Zahl würde amnesty-international gerne verdoppeln. Es gebe noch mehr Potential in Deutschland, meint Gabriele Stein. „Die Dürener Ortsgruppe war sehr aktiv, hat immer beeindruckende Arbeit geleistet“, lobte die Vorstandsprecherin. Das sei der guten Arbeit der Mitglieder und der Unterstützung durch die Stadt Düren zu verdanken. Angesichts der Krisen in der Welt sei es wichtiger denn je, dass Menschen sich einsetzen, sagte sie und wünschte der Ortsgruppe für die Zukunft mehr und auch jüngere Mitglieder zur Unterstützung.

Ursula Otte nahm das Geburtstagsfest der ai-Ortsgruppe zum Anlass, allen Wegbegleitern und Unterstützern zu danken. Sie warf einen Blick zurück auf die Anfänge der Dürener Ortsgruppe, die sich 1976 nach einer Infoveranstaltung spontan gründete und 1977 von amnesty international als eigenständige Ortsgruppe anerkannt wurde. „Ich kam nach Hause“, erinnerte sich Ursula Otte „und sagte zu meinem Mann: Stell dir vor, wer Sprecherin der Ortsgruppe geworden ist!“, erzählte sie lachend. Sie dankte ihrem Mann und der ganzen Familie für die Unterstützung in all diesen Jahren. 15 Jahre lang tagte die Gruppe zweimal im Monat im Spielkeller der Ottes, die Kinder machten den Gästen die Tür auf und wuchsen selber in die Aufgaben der Gruppe hinein. Nach Ursula Otte, die von 1977 bis 2001 Sprecherin war, übernahmen ihr Sohn Sebastian und Frank Schnorrenberg gemeinsam das Amt, das seit 2012 Thomas Bongartz bekleidet. Drei Jahrzehnte lang war die Mitgliederzahl der Ortsgruppe stabil. Jetzt sei es schwieriger geworden, Menschen zu finden, die mitmachen, sagte Ursula Otte bedauernd. Sie dachte gerne zurück an Fälle wie den des zu Unrecht inhaftierten James Magotti aus Tansania, dessen Freilassung die Ortsgruppe nach zwei Jahren erwirkte und der dann Düren besuchte. Sie erinnerte an die Lesungen von Carola Stern in Düren und an die Besuche von Lew Kopelew und Norbert Blüm, an gemeinsame Grill- und Kochabende der Gruppenmitglieder. Aber sie verschwieg auch nicht: „Die Arbeit wird immer schwieriger, die Jahresberichte immer dicker. Überall wird gefoltert, Menschen verschwinden…“. Deshalb wünscht sie sich zum 40. Geburtstag der Gruppe, dass das schöne Gemeinschaftsgefühl dort von jungen Leuten weiter aufgebaut und gepflegt wird und der Einsatz für verfolgte und unterdrückte Menschen weitergeht.

Die Ausstellung im Foyer des Rathauses ist noch bis zum 24.10. zu sehen (außer am 18.10). Wer Informationen oder Führungen dazu wünscht, kann sich per E-Mail wenden an thomas.bongartz@ai-dueren.de
 

 

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