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Lebhafte Diskussion über die „Rotzlöffelrepublik“
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Lebhafte Diskussion über die „Rotzlöffelrepublik“

Düren, den 10.07.2018

Düren. Äußerst gut besucht war das 17. Lila Salongespräch im KOMM, das von der Sparkasse Düren unterstützt wurde. Zur Lesung und zur anschließenden Diskussion mit den Autorinnen Tanja Leitsch und Susanne Schnieder zum Thema „Die Rotzlöffelrepublik – Vom täglichen Wahnsinn in unseren Kindergärten“ waren auch viele aus dem Berufsbereich gekommen, die sich lebhaft an der Diskussion beteiligten. „Das zeigt, dass es den Erzieherinnen und Erziehern unter den Nägeln brennt“, zieht Frauenbeauftragte Christina van Essen Bilanz.

Die beiden Autorinnen Tanja Leitsch (links)und Susanne Schnieder lösten mit ihrem Thema „Die Rotzlöffelrepublik – Vom täglichen Wahnsinn in den Kindergärten“ eine lebhafte Diskussion aus. Foto: Stadt Düren

Die beiden Autorinnen Tanja Leitsch (links)und Susanne Schnieder lösten mit ihrem Thema „Die Rotzlöffelrepublik – Vom täglichen Wahnsinn in den Kindergärten“ eine lebhafte Diskussion aus. Foto: Stadt Düren

Ihr Anliegen war es, mit diesem Salongespräch eine Brücke zu bauen zwischen Eltern und Erzieherinnen sowie Erziehern in den Kindertageseinrichtungen. „Ich wollte bei Eltern und Politik um mehr Verständnis werben“, sagt sie.
In ihrem Bemühen, das Thema anschaulich anhand von Fallbeispielen aufzugreifen, sind die beiden Autorinnen aus  Niedersachsen einmalig. Was beispielhaft dargestellt wurde, um auf Probleme und Belastungen im Arbeitsalltag von Erzieherinnen und Erziehern aufmerksam zu machen, wurde von vielen in der anschließenden Diskussion bestätigt: So ist es auch hier, das kennen wir auch in Düren.
Die Autorinnen stellten heraus, dass es viele Eltern gibt, die gut und konstruktiv mit den Erziehern in der Kita zusammenarbeiten, dass aber bei einer Gruppe von 25 Kindern durchschnittlich fünf dabei sind, die sich nicht gut an Regeln halten können. Gerade die Eltern dieser Kinder, so die Autorinnen, treten oft sehr fordernd auf. Sie setzen den Kindern zu Hause keine Grenzen, wollen deren Freund sein und sehen in den Erzieherinnen und Erziehern Dienstleister und keine Partner. Diese Eltern zu erreichen, ist schwer.
Dazu kommt, dass die Kitas oft als Allheilmittel für Probleme herhalten sollen, die tiefer liegen, wie etwa die Sprachförderung, für die dann wieder Extra-Fortbildungen von den Erzieherinnen und Erziehern verlangt werden. Gleichzeitig wächst die Bürokratie in den Einrichtungen.
Auch für die Kinder, so die Autorinnen, ist der Besuch der Kitas oft anstrengend, lässt ihnen zu wenig Raum für Muße und unbedarftes Spielen. Die Autorinnen kamen gemeinsam mit den Diskutierenden zu dem Schluss: Erzieherinnen und Erzieher können nicht Bildungseinrichtung, Dienstleister und Ersatzfamilie sein. Der Beruf wird zu schlecht bezahlt und von der Gesellschaft nicht genug wertgeschätzt. Mehr Personal wäre wünschenswert und neue Konzepte, die mehr präventiv ausgerichtet sind.
Die Frage sollte von allen neu gestellt werden: Was brauchen die Kinder wirklich, um gesund groß zu werden und nicht zu kleinen Tyrannen heranzuwachsen?
Um das zu erreichen, müssten alle an einem Strang ziehen: Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, aber auch die Politik, die die Weichen für die Kinder von Morgen stellt.


 

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