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Informativer und beeindruckender Filmeabend im Leopold-Hoesch-Museum

Düren, den 26.02.2018

Düren. Filmemacher Michael Kluth bereicherte die derzeit im Dürener Leopold-Hoesch-Museum laufende Günther- Uecker-Ausstellung einen Abend lang mit zwei Filmkunstwerken. Der erste Film nähert sich behutsam und respektvoll dem Künstler und gibt einen Überblick über dessen vielseitiges Werk bis zum Jahr 2004. Der zweite Film dokumentiert die Entstehung des Werkzyklus „Huldigung an Hafez“, der noch bis zum 18. März im Leopold-Hoesch-Museum zu sehen ist. Filmemacher Michael Kluth sowie Kunstverleger und Galerist Till Breckner, dessen Verbindung mit dem Dürener Sammler Hubert Schoeller die Ausstellung in Düren zu verdanken ist, waren bei der Vorführung dabei und stellten sich den interessierten Fragen des Publikums.

Filmemacher Michael Kluth stellte sich im Dialog mit Jeannine Bruno den Fragen des Publikums.

Filmemacher Michael Kluth stellte sich im Dialog mit Jeannine Bruno den Fragen des Publikums.

Michael Kluth ist seit 30 Jahren in Freundschaft dem Künstler Günther Uecker eng verbunden, wie er einleitend im Dialog mit der Kunstpädagogin Jeannine Bruno erzählte. In dieser Zeit hat er 18 Filme über den Künstler gedreht. Der Film „Poesie und Destruktion“ von 2004 setzt viele Facetten von Ueckers Kunst in Szene. Die Zuschauer werden Zeugen, wie Ueckers Werke entstehen: Er agiert raumgreifend, kraftvoll, mit großem körperlichen Einsatz und handwerklichem Geschick bei einem gleichzeitigen Blick für Poesie, Leichtigkeit und Schönheit. „Er ist voller Energie“, brachte es eine Zuschauerin auf den Punkt.

Wenn die Kamera Uecker bei der Arbeit beobachtet oder beim Materialkauf auf seinen Reisen, der immer –wie auch seine Themen- an das anknüpft, was kulturelles Erbe des jeweiligen Landes ist, ist sie stiller Begleiter und Beobachter. Der Film zeigt, wie die Werke wachsen und dann im Raum zur Geltung kommen, ob das die berühmten Nagelkunstwerke sind, die Aschebilder, die nach Tschernobyl entstanden, die Altarbilder für den Andachtsraum im Berliner Reichstag oder das Bühnenbild für die spektakulären Tell-Aufführungen auf der Rütli-Wiese. „Wo Sprache versagt, beginnt das Bild“, sagt Günther Uecker einmal in dem Film, der mit seiner aussagekräftigen Bildsprache selber Beweis für diese These ist.
Der Film begleitet den Künstler von seinen künstlerischen Anfängen bis zu seiner Ausstellung „Geschundene Menschheit“, die in vielen Ländern gezeigt wurde. Unter anderem auch im Iran, wie Till Breckner erläuterte. Dort erlebte Günther Uecker, ein Künstler, der Grenzen überschreitet und Kulturen verbindet, die große Verehrung der Iraner für ihren bedeutendsten Dichter Hafez. Er tauchte darauf hin  selber tief in die poetische Welt des Hafez ein. Im zweiten Film, der die Entstehung der Wanderausstellung „Huldigung an Hafez“ dokumentiert, findet er ganz verschiedene Worte dafür, was Hafez in ihm ausgelöst hat: Bewegt, tief in der Seele angerührt, beschwingt, erschüttert… „In seinen Versen ist so viel Gegenwart!“, sagt er einmal. Markus Mascher, Kurator am Leopold-Hoesch-Museum, zieht das treffende Fazit. „In Hafez hat Günther Uecker einen Seelenverwandten gefunden.“
Während man im ersten Film Günther Uecker als einen ringenden, streitbaren Künstler erlebt, der sich in seiner Kunst damit auseinandersetzt, wie Menschen einander verletzen, für den die Welt fragil und gefährdet ist und der die Kunst als ein Werkzeug bezeichnet, um in Dialog miteinander zu treten, erlebt man im zweiten Film einen über 80 Jahre alten Künstler, der ein neue Werkzeugform entdeckt hat, mit dem er den Dialog neu und anders in Gang setzen kann. Hafez` Lebenslust, sein Gespür für Schönheit und sein Feiern der Liebe haben Günther Uecker unmittelbar angesprochen und aufgewühlt. Beeindruckend, wie er die Entwürfe zu den Kunstwerken plant und dabei jeder Aussparung, jedem Detail Aufmerksamkeit schenkt, wie er in Zusammenarbeit mit dem Siebdrucker darum ringt, die verschiedenen Farbstufen zum Klingen zu bringen und Licht- und Farberfahrungen in den Werken festzuhalten, die er selber in seinem Leben gemacht hat. Bewegend die Eröffnung der Ausstellung in Shiraz, wo Hafez 1320 geboren wurde, bei der Iranerinnen und Iraner Gedichte von  Hafez aus dem Stegreif zitieren und lesend und betrachtend vor den Uecker-Bildern stehen, die jetzt im Leopold-Hoesch-Museum hängen.
Günther Uecker habe einmal gesagt, die Kunst sei wie Ausschlag, er könne ihr nicht entgehen, erzählte Michael Kluth. Der Ausstellungsbesucher ist versucht zu sagen: Gott sei Dank!
Begleitend zur Ausstellung wurde vom Kunstverlag Till Breckner in Zusammenarbeit mit dem Teheran Museum ein Katalog herausgegeben, der ein Kunstwerk für sich ist. Er zeigt die Entstehung der „Huldigung an Hafez“ in Wort und Bildern, die teilweise auch im Film zu sehen waren, und bringt die Hafez-Gedichte vollständig in deutscher Übersetzung. Der Katalog ist im Museumsshop des LHM erhältlich.

 

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