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Heinrich Campendonks „Bild mit Tieren“ hat im Leopold-Hoesch-Museum seine endgültige Heimat gefunden
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Heinrich Campendonks „Bild mit Tieren“ hat im Leopold-Hoesch-Museum seine endgültige Heimat gefunden

Düren, den 03.12.2019

Düren. „Es ist ein freudiger Anlass für das Museum und die ganze Stadt Düren“, sagte Bürgermeister Paul Larue bei der Begrüßung der Gäste, die sich im Leopold-Hoesch-Museum versammelt hatten, um das glückliche Ende eines langen Prozesses gemeinsam zu feiern. Nach intensiver Forschungsarbeit über die Herkunft des Bildes „Tiere/Bild mit Tieren“ des Malers Campendonk, das eine wichtige Stellung in der Expressionismus-Sammlung des Leopold-Hoesch-Museums einnimmt, wurde das Werk an die rechtmäßigen Erben des vormaligen Besitzers gemäß den Prinzipien der Washingtoner Erklärung und der Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz, zurückgegeben. Dank der Unterstützung durch nationale und regionale Körperschaften und Stiftungen wie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und mit einem Eigenanteil der Stadt Düren konnte das Campendonk-Gemälde für das Leopold-Hoesch-Museum zurückgekauft werden, so dass es der Sammlung erhalten bleibt.

Große Freude darüber, dass das Campendonk Gemälde im Leopold-Hoesch-Museum bleibt. Foto: Stadt Düren

Große Freude darüber, dass das Campendonk Gemälde im Leopold-Hoesch-Museum bleibt. Foto: Stadt Düren

„Wir sind sehr froh, dass es gelungen ist, eine faire und gerechte Lösung zu finden“, sagte der Bürgermeister. Er erinnerte daran, dass sich das Leopold-Hoesch-Museum ziemlich bald gemäß der im Washingtoner Abkommen und der in der Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und kommunalen Spitzenverbände geforderten Auseinandersetzung mit der Herkunft seiner gesamten Kunstwerke befasst hat. „Es war ein Glücksfall, den renommierten Provenienzforscher Kai Artinger zu gewinnen“, betonte Paul Larue.

Kai Artinger erzählte den Gästen am Beispiel des Campendonk-Gemäldes, wie schwierig und langwierig sich die Erforschung der Herkunft eines Gemäldes gestalten kann. „Es war eine sehr komplexe Arbeit, dem Hintergrund des Bildes auf die Spur zu kommen“, ist sein Fazit. Eine Schwierigkeit war dabei, dass das Bild unter verschiedenen Titeln geführt wurde. Bei der Provenienzforschung stelle sich immer die Frage: „Wie soll eine gerechte Lösung aussehen?“, eine schwierige Entscheidung für alle Beteiligten. „Ich bin glücklich darüber, dass es hier gelungen ist!“, sagte der Provenienzforscher.

Hans Hess, Sohn und Erbe des bekannten jüdischen Kunstsammlers Alfred Hess aus Erfurt, musste wenige Monate nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrieren. Das Bild legte einen verschlungenen Weg zurück, der für die Provenienzforschung schwer zu verfolgen war.

„Die vorbildliche Haltung des Leopold-Hoesch-Museums hat den Weg dafür geebnet, dass das Werk an die Erben zurückgegeben und vom Museum zurückgekauft werden konnte“, erklärte Dr. Katharina Knüppel, Vertreterin der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Sie dankte den verschiedenen Förderern für den finanziellen Einsatz, der den Rückkauf ermöglichte. „Es ist ein Gewinn nicht nur für Nordrhein-Westfalen sondern für die ganze Museumslandschaft in Deutschland!“ 

Ein großes Lob für das Museumsteam und die Stadt Düren als Träger gab es von Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die den Rückkauf des Bildes erheblich unterstützt hat. Die Kunststiftung sehe sich als Partner der Museen und in Verantwortung für gewachsene Sammlungen. Martin Hoernes freute sich, dass das wichtige Werk von Campendonk jetzt im Leopold-Hoesch-Museum seine endgültige Heimat gefunden hat.

Das Campendonk-Gemälde sei nicht nur ein wichtiger Meilenstein im Schaffen des Künstlers sondern auch eine wichtige Arbeit für das Leopold-Hoesch-Museum, unterstrich Museumsdirektorin Anja Dorn. „Restitution ist eine Art ritueller Akt. Es wird ein Stück Recht wiederhergestellt“, sagte sie und freut sich besonders darüber, dass der Austausch mit den Erben weiter fortgeführt wird. Sie dankte den Anwälten und ihrer Vorgängerin Dr. Renate Goldmann, die dieses „umfassende und vorbildliche“ Restitutionsprojekt gestartet hat sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und den Stiftungen für die Unterstützung beim Rückkauf.

 

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