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„Andreasstraße unterwegs“ –Ausstellung im Rathausfoyer über „Haft, Diktatur und Revolution“
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„Andreasstraße unterwegs“ –Ausstellung im Rathausfoyer über „Haft, Diktatur und Revolution“

Düren, den 08.11.2018

Düren. Im Foyer des Rathauses ist noch bis zum 21. November die Ausstellung „Andreasstraße unterwegs“ zu sehen, mit der die VHS Rur-Eifel an Schicksale während der SED-Diktatur erinnert. Sie erzählt von den Haftbedingungen zu DDR-Zeiten in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in der Andreasstraße in Erfurt, von Fluchtversuchen, DDR-Alltag und der friedlichen Befreiung von der Unterdrückung.

In einem Teil der Ausstellung werden die Haftbedingungen in der Andreasstraße in Erfurt anschaulich gemacht.

In einem Teil der Ausstellung werden die Haftbedingungen in der Andreasstraße in Erfurt beklemmend anschaulich gemacht.

„Wir verbinden dieses Gedenken mit dem 16. November, dem Tag der Zerstörung Dürens im Zweiten Weltkrieg“, sagte Bürgermeister Paul Larue. „Wir leben in einer Demokratie, die viele Freiheiten aber auch Pflichten mit sich bringt. In einer Zeit, in der autoritäre Regime erstarken, Grundrechte eingeschränkt und schon wieder Menschen denunziert werden, ist eine solche Ausstellung nicht nur mit Blick in die Vergangenheit wichtig, sondern wirft auch drängende Fragen an das Heute auf!“

Dieter Bergheim von der VHS Rur-Eifel, Fachbereichsleiter Gesellschaft, hat die Wanderausstellung der Stiftung Ettersberg, die sich für Europäische Diktaturforschung und Aufarbeitung der SED-Diktatur einsetzt sowie Träger der Gedenk- und  Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt ist, nach Düren geholt. Bei der Eröffnung der Wanderausstellung in Düren gab Dr. Jochen Voit, Leiter der Bildungs- und Gedenkstätte, einen Überblick über deren Aufgaben und die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in der Andreasstraße in Erfurt. 

In drei zellenartigen Ausstellungsräumen wird der Ausstellungsbesucher durch „Haft, Diktatur und Revolution“ geführt. Besonders für Schülerinnen und Schüler ist die Ausstellung eine anschauliche Geschichtsstunde, in der hautnah erfahrbar wird, unter anderem anhand von Zeitzeugenberichten, aus welchen Gründen man als politischer Häftling in der Erfurter Andreasstraße festgehalten wurde und unter welchen Bedingungen man dort lebte. Die Ausstellung führt aber auch durch den Alltag in der DDR und veranschaulicht anhand einer gezeichneten Geschichte von zwei Geschwistern, wie und warum Entscheidungen zur Flucht oder zum Bleiben getroffen wurden. Im letzten Ausstellungsblock erlebt der Besucher dann den Aufbruch mit, die friedliche Revolution auf dem Domplatz in Erfurt 1989. Am 4. Dezember 1989 wurde auch die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in der Erfurter Andreasstraße von mutigen Menschen besetzt, die hier die erste Besetzung einer Stasi-Bezirksverwaltung in der DDR wagten und so manche Stasi-Akte vor dem Verbrennen retteten. 

Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle des Stasi-Unterlagen-Archivs Rostock, hielt einen Vortrag über Ostseeflüchtlinge und nannte erschütternde Zahlen, zum Beispiel, dass nur 16 % aller Fluchtversuche erfolgreich waren. Dipl. Ing. Peter Hippe, der 1959 in der DDR inhaftiert wurde und seit 31 Jahren in Düren lebt, erzählte von seinen ganz persönlichen Erfahrungen. Auch andere Zeitzeugen waren zur Ausstellungseröffnung eingeladen und standen für Gespräche zur Verfügung.

Die Ausstellung ist bis zum 21. November jederzeit zu den Öffnungszeiten des Rathauses sowie nach Anmeldung an der Informationstheke kostenfrei zugänglich. Interessierte Schülervertreter, Lehrerinnen und Lehrer können sich vor dem Besuch an den Pädagogischen Fachbereichsleiter in der VHS Rur-Eifel, Dieter Bergheim, Tel.: 02421 25-2586, wenden.

 

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