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Franz Anton Vaßen
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Franz Anton Vaßen

Das Foto zeigt ein Gemälde von Dechant und Oberpfarrer Vaßen.

Dechant und Oberpfarrer Vaßen. Gemälde von Adam Siepen, Düren.

Dechant und Oberpfarrer

* 02.02.1799 in Aldenhoven
† 09.02.1891 in Düren

Verleihung der Ehrenbürgerrechte: 25.08.1882

Franz Anton Vaßen wurde in Aldenhoven im Kreis Jülich am 2. Februar 1799 geboren. Seine Kindheit fiel in eine unsichere Zeit. Die Eltern Vaßens hielten deshalb für die Ausbildung ihres begabten, strebsamen Kindes Ausschau nach einem ruhigeren Ort. So kam Vaßen 1809 im Alter von 10 Jahren nach Menden in Westfalen. Von 1813 bis 1817 besuchte er das Gymnaisum Laurentianum zu Arnsberg. Von 1817 bis 1820 studierte er an der philosophischen und theologischen Fakultät der Universität Münster. 1820 bis 1822 war er im Priesterseminar zu Köln. Franz Anton Vaßen wurde am 8. September 1822 im Kölner Dom durch den Weihbischof von Münster, Kaspar Max, Freiherrn von Droste-Vischering, zum Priester geweiht.

Der Verwalter der Erzdiözese Köln, der apostolische Vikar Fonck, sandte den Neupriester nach Düren zur Aushilfe in der Seelsorge, vor allem aber als Lehrer an das Gymnasium. Der junge Kandidat musste sich zunächst noch einer Prüfung vor dem Regierungs- und Schulrat Hüsgen in Aachen unterziehen, um auch von der königlich-preußischen Regierung seine Bestätigung als Lehrer am Gymnasium zu erhalten. Das Gymnasium bestand damals noch in der alten Form und umfasste sechs Klassen. Vaßen unterrichtete in allen Klassen und erteilte Unterricht in Religionslehre, Geschichte, Geographie, Mathematik, Rhetorik und Poetik.

In jene Jahre fällt eines der wichtigsten Ereignisse für die kulturelle Entwicklung Dürens. Durch Ministerialerlass vom 13. November 1826 wurde nämlich das Dürener Gymnasium in die Reihe jener höheren Lehranstalten aufgenommen, die berechtigt sind, die Hochschulreife auszustellen.

Vaßen blieb nach der Neuordnung zunächst am Gymnasium. Bald darauf wurde das bisherige Schulhaus am „lateinischen Kirchhof“, Annaplatz, verlassen und am 7. Januar 1827 das zum Gymnasium umgebaute Kapuzinerkloster feierlich eingeweiht.

Die kirchlichen Verhältnisse im Rheinland waren inzwischen durch die Bulle Pius VII. „De salute animarum“ vom 16. Juli 1821 neu geordnet worden; das 1801 errichtete Bistum Aachen wurde aufgehoben, das Erzbistum Köln wieder hergestellt und Köln zur Metropole der niederrheinischen Kirchenprovinz bestimmt; am 20. Dezember 1824 erhielt die Erzdiözese als neuen Oberhirten Ferdinand August von Spiegel, Graf zum Desenberg und Canstein.

Von diesem wurde Vaßen im Jahre 1831 nach Zons am Niederrhein gesandt. Hier erwarb er sich so das Vertrauen seiner Vorgesetzten, dass er bereits nach elfjährigem Wirken am 10. März 1842 die ehrenvolle Ernennung zum Oberpfarrer an St. Martin zu Düren - wie die  St. Annakirche damals amtlich noch genannt wurde - erhielt.

So kehrte Vaßen an die Stätte seiner ersten priesterlichen Tätigkeit zurück; fast ein halbes Jahrhundert hindurch blieb er Seelsorger der Stadt und Hüter der St. Annareliquie.

Am 30. April 1857 wurde Vaßen zum Landdechant des Dekanates Düren, im Jahre 1860 zum Lokalschulinspektor ernannt.

Mit besonderer Liebe und Fürsorge war der Oberpfarrer den Armen und Verlassenen, besonders den Waisenkindern, zugetan. Aus dem von ihm im Jahre 1850 gegründeten St. Vinzenzverein entstand die Anregung zur Gründung eines Waisenhauses. Im Jahre 1854 konnte Vaßen zu diesem Zweck das ehemalige kurfürstliche Rentmeistereigebäude an der Oberstraße zum Preise von 5.000 Talern erwerben; ebenso hoch waren die Kosten des Umbaus und der Inneneinrichtung.

Von allen Klassen und Schichten wurde Dechant Vaßen wie ein Vater verehrt. So ist es nicht zu verwundern, wenn seine kirchlichen Jubeltage von der gesamten Bürgerschaft gefeiert wurden, so sein goldenes Priesterjubiläum am 8. September 1872 (an welchem ihm von der Regierung der rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen wurde), vor allem aber sein sechzigjähriges Priesterjubiläum im Jahre 1882.
Am 25. August beschlossen die Stadtverordneten, den Priesterjubilar zu dem so seltenen Ehrentage zum Ehrenbürger der Stadt Düren zu ernennen; es war dies das erste Mal, dass die Stadtverordnetenversammlung die Ehrenbürgerwürde verlieh. Die Ehrenurkunde wurde Dechant Vaßen von Bürgermeister Werners an der Spitze einer Deputation überreicht.

Als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit und Verehrung errichteten die katholischen Bürger Dürens die St. Annasäule auf dem Altenteich. Die nach einem Entwurf von Wiethase ausgeführte St. Annasäule trägt folgende Inschrift:

„In honorem S(anctae) Annae Matr(is) B(eatae) M(ariae) Vgs (Virginis).
(= Zu Ehren der heiligen Anna, der Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria.)
Zum Andenken an das 60jährige Priesterjubiläum des hochw. Herrn Dechanten und Oberpfarrers Franz Anton Vaßen in dankbarer Liebe gestiftet von den katholischen Buergern der Stadt Dueren am 10. September 1882.“

Die letzte hohe Auszeichnung wurde Vaßen am 20. November 1888 zuteil, als Erzbischof Philippus Krementz ihn zum Ehrenstiftsherrn an der Collegiat-Stiftskirche zu Aachen ernannte.

Kurz vor Vollendung des 92. Lebensjahres starb Dechant Vaßen am 9. Februar 1891. In einem Ehrengrabe wurde er auf dem alten Friedhof beigesetzt. Das Grab wurde mit einem Denkmal geschmückt, an dessen Kosten sich auch die Stadtverwaltung beteiligte.

Dem Straßenzug zwischen Hohenzollern- und Bergstraße gab die Stadtverordnetenversammlung durch Beschluss vom 12. Juni 1914 die Bezeichnung: „Dechant-Vaßen-Straße“.

Quellennachweis

Entnommen aus

Jakob von Laufenberg, Die Ehrenbürger der Stadt Düren,
in: Adreßbuch von Stadt und Kreis Düren 1932/33.

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