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Stolpersteine

Stolpersteine vor dem Haus Düren, Oberstraße 27 (früher 59) für die Geschwister Falk.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“, zitiert der Kölner Künstler Gunter Demnig den Talmud und verdeutlich damit auch die Absicht, die er mit seinen in ganz Europa verbreiteten „Stolpersteinen“ verfolgt.

Sie markieren die letzten freiwillig gewählten Wohnorte der Opfer der Nationalsozialistischen Diktatur: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gegner des NS-Regimes, Zeugen Jehovas und Opfer der sogenannten „Euthanasie“. Mit diesem 1992 ins Leben gerufenen Projekt will Demnig gegen das Vergessen arbeiten, indem er mit 10 x 10 cm großen Messingplatten versehene Steine in das Pflaster einlässt. In die Messingplatten sind unter der jedes Mal gleichen Überschrift „HIER WOHNTE“ die Namen, Daten und Schicksale der Personen eingestanzt, denen so ein Gesicht gegeben wird und die nicht mehr in der Masse der systematisch getöteten Holocaustopfer untergehen. Demnig verlegt die in Handarbeit verfertigten Steine direkt vor den ehemaligen Wohnhäusern, um das Erinnern in die Lebensmitte der Menschen zu rücken. Er will sie symbolisch zurückbringen zu den Orten, wo sie gelebt hatten, jene Menschen, die keine Gräber haben, auf denen ihre Namen zu lesen sein könnten.

„Auf dem Stolperstein bekommt das Opfer seinen Namen wieder – seine Identität und sein Schicksal sind, soweit, ablesbar… Durch das persönliche Erinnern an diesen Menschen, vor seinem Haus, wird das Erinnern an ihn ganz konkret in unseren Alltag geholt.“

Bereits in 1099 Städten in Deutschland und 20 Ländern in Europa hat Demnig schon Steine verlegt. Auch in Düren erinnern bis heute schon 76 Stolpersteine, die an 28 verschiedenen Stellen in der Stadt zu finden sind, an die Vertreibung, Deportation und Ermordung der damaligen Bürgerinnen und Bürger.
Finanziert werden die Steine über Patenschaften. In Düren wurden diese durch Gruppen, Vereine und Privatpersonen übernommen.
Jeder Verein, jede Kommune, Partei, Stiftung oder auch Privatperson kann eine Patenschaft übernehmen. Nähere Informationen hierzu und zu dem Projekt auf www.stolpersteine.eu.

Quellen:

  • Jorzik, Wolfgang, Stolpersteine. Ein Projekt für Europa. Informationsbroschüre zu Demnigs Kunstprojekt. (auch in: Gegen Vergessen, 36/2003, gleicher Text)
  • Schriftverkehr der Initiativgruppe „Stolpersteine in Düren“
  • Stolpersteine fallen wieder mehr ins Auge, Dürener Nachrichten vom 28.01.2016
  • Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt „Stolpersteine“, Dürener Zeitung 08.12.2011
  • Startseite der Internetseite des Projektes, URL: www.stolpersteine.eu/start/

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