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Die Geschichte des Dürener Weihnachtsmarktes

Der Dürener Weihnachtsmarkt im Jahr 1974. Damals gab es noch einen Rundweg auf dem Marktplatz.

Der Dürener Weihnachtsmarkt im Jahr 1974. Damals gab es noch einen Rundweg auf dem Marktplatz.

Seit 1974 wird der Dürener Weihnachtsmarkt jährlich veranstaltet. Dieser Zeitraum bedeutet für einen Markt normalerweise nicht viel - aber für den Dürener Weihnachtsmarkt ist dies eine längere Geschichte.

In den Köpfen der Verantwortlichen begann die Sache bereits ein Jahr vor der ersten Veranstaltung zu reifen: Man machte sich im Jahre 1973 nach Freiburg im Breisgau auf, um den dortigen Weihnachtsmarkt zu besichtigen.
Sicherlich hatte Freiburg vom innerstädtischen Ambiente und durch historische Gebäude mehr zu bieten als Düren (auch heute noch), aber man kam voller Tatendrang nach Düren zurück mit der Maßgabe, einen solchen Weihnachtsmarkt in der City einzurichten.

Der verkehrsmäßig stillgelegte „Markt“platz lud förmlich dazu ein, hier den Weihnachtsmarkt zu platzieren. Also wurden Buden nach dem Muster der Freiburger Stände angeschafft. Mit Einzelhändlern, reisenden Händlern und Schaustellern wurden Verhandlungen geführt, ein Beschickerplan erstellt und im November 1974 wurde der erste Dürener Weihnachtsmarkt bei Regen im Schutze des Pferdekarussells Schleifer mit akustischer Unterstützung durch Leierkastenmusik eröffnet.

Alle waren richtig stolz auf diesen gelungenen Markt. Man war sich einig im nächsten Jahr weiterzumachen.

Lageplan des ersten Dürener Weihnachtsmarktes aus dem Jahr 1974.

Lageplan des ersten Dürener Weihnachtsmarktes aus dem Jahr 1974.

Im Grunde genommen war es nach 75 Jahren wieder der erste Jahrmarkt in der Stadt, nachdem 1896 letztmalig die Händler der Annakirmes in der Stadt gastierten, denn ab 1897 erfolgte der Umzug zum jetzigen Annakirmesplatz.

Der Dürener Weihnachtsmarkt kann getrost als Vorreiter für alle anderen Open-Air-Festivitäten in der Stadtmitte genannt werden. Das Stadtfest folgte erst fünf Jahre später.

Die Planungen für das Folgejahr liefen ganz anders, denn im Jahre 1975 entstand der erste Abschnitt der neuen Fußgängerzone. Die Kreisbahnbusse mussten eine neue Strecke fahren, um den Kaiserplatz zu erreichen. Daher musste der Wochenmarkt gezwungenermaßen von der Annakirche zum „Markt“-Platz umziehen.

Nach langen Diskussionen über verschiedene Standorte wechselte der Weihnachtsmarkt in die benachbarte Kölnstraße. Lediglich das Pferdekarussell durfte aus räumlichen Gründen „im“ Wochenmarkt stehen bleiben. Während der Vorweihnachtszeit drehte es sich dort bis zum Jahre 1997.

Das Foto zeigt den Stand von Adolf Ahrend (Stuttgart) aus dem Jahr 1974: Weihnachtskrippen, Schnitzereien.

Das Foto zeigt den Stand von Adolf Ahrend (Stuttgart) aus dem Jahr 1974: Weihnachtskrippen, Schnitzereien.

Die öffentliche Meinung über den „geraden“ Weihnachtsmarkt mit einer Vorder- und einer Rückseite war in der Bevölkerung umgeschlagen, nachdem der Umbau des Rathausvorplatzes nach einer neuen Nutzung schrie. Die bisher dort parkenden Autos durften die neue rote Freifläche nicht mehr befahren.
Also beschlossen die Politiker der Stadt Düren, dass der Weihnachtsmarkt zum dritten Mal umziehen musste. Vor dieser Beschlussfassung hatten sich die Zuständigen auf dem Weihnachtsmarkt in Moers umgesehen und kamen voller Begeisterung nach Düren zurück, denn dort verfügte der Platz über einen Rundlauf mit einer entsprechenden Atmosphäre, die man durch entsprechender Bebauung auch in Düren vor dem Rathaus erzielen könnte.

Da bekanntlich Licht für Aufmerksamkeit sorgt und die neue Marktfläche abseits der Einkaufsstraßen lag, musste die Marktfläche mit Glühbirnen erleuchtet werden. Hierfür fehlten jedoch nahe Hausfassaden und Bäume. Es wurde nach anderen Aufhängungsmöglichkeiten gesucht. Als ideale Lösung entstand der jetzige Sternenhimmel mit seinen rund 3.300 Birnen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz in unmittelbarer Nähe des Kölner Dom diente hierbei als Vorbild.

Das Foto zeigt einen Stand auf dem Dürener Weihnachtsmarkt aus dem Jahr 1974.

Das Foto zeigt einen Stand auf dem Dürener Weihnachtsmarkt aus dem Jahr 1974.

Das nächste technische Problem bildete die räumliche Einbeziehung der „Lebenden Krippe“ des Mandolinenclubs Merken in den Weihnachtsmarkt, da bisher der Stall vor der riesigen Rathaustreppe errichtet wurde. Die Steinstufen bildeten eine natürliche Tribüne für die Zuschauer.
Die Marktbeschicker sprachen sich dafür aus, die Krippe an der Stelle zu lassen, da man die Attraktion des Dürener Weihnachtsmarktes in direkter Nähe erhalten wollte. Durch die Vorgabe, den Stall während der gesamten Marktzeit in das Marktgeschehen einzubeziehen, konnte nur ein Rundlauf im hinteren Bereich zur Wilhelmstraße mit zwei Zugangswegen von der Zehnthofstraße her gebaut werden.

Das Pferdekarussell wurde im Eingangsbereich aufgebaut. Dies geschah ganz bewusst als Blickfang für die Kinder.

Neu war für die Besucher der Innenstadt jedoch, dass sie nun entscheiden mussten, ob sie zum Weihnachtsmarkt gehen wollen. In den Vorjahren kamen viele Besucher zufällig in der unteren Kölnstraße auf dem Weg von der Wirtelstraße zum Marktplatz am Weihnachtsmarkt vorbei.
Auch die direkte Nachbarschaft zum gut besuchten Wochenmarkt kam besonders den Imbissbetreibern zu gute. Schließlich reizte der Duft einer gebratenen Thüringer Wurst zum Reinbeißen.

Ab 1998 war vieles anders: Nun musste man über die Bustrasse den Weg zur Budenstadt finden. Optisch kam der neue Weihnachtsmarkt sehr gut bei den Dürener Bürgern an - das Platzbild gefiel. Es war nun ein Rundlauf entstanden. Die Glühwein-Stände hatte man so gestellt, dass zwei Treffpunkte entstanden, wobei im „Hüttenzauber“ sogar durch den wunderschönen Anbau erstmals Sitzplätze angeboten wurden.

Das Foto zeigt den Stand Franz Willi Rey/Röttgen aus dem Jahr 1974: Schinken, Pasteten, Hartwürste.

Das Foto zeigt den Stand Franz Willi Rey/Röttgen aus dem Jahr 1974: Schinken, Pasteten, Hartwürste.

Über die Dauer von drei Jahren - 1998 bis 2000 - änderte sich die Struktur des Marktes nicht wesentlich. Dann wurde der Standort der „Lebenden Krippe“ verlegt vor den Eingang der Stadtsparkasse auf dem Marktplatz, um weitere vier Weihnachtsmarktstände in das Markgeschehen zu integrieren. Vielen Besucher gefielen diese Änderungen jedoch gar nicht. Es wurde sogar Thema in karnevalistischen Büttenreden.
Bei den heutigen Aufführungen fehlt jetzt zwar für die Zuschauer die Tribüne, aber nun ist die Krippe von drei Seiten einsichtig.

Der Auszug der Krippe verhalf dem Weihnachtsmarkt zu einem gefälligen Rundlauf, der einen guten Zugang zu allen Geschäften ermöglichte. Der Aufbau von Imbiss- und Ausschankgeschäften rund um den Weihnachtsbaum erwies sich als gesuchter Treffpunkt im Schutze der Stände. Die kleine Bühne am unteren Rathauseingang bietet einen praktischeren Platz als bisher der riesige Bühnenwagen an der Rathaustreppe.

Da die Besucher später als bisher den Weihnachtsmarkt erreichen, wurden die Öffnungszeiten geändert, das heißt der Weihnachtsmarkt öffnet täglich um 11:00 Uhr seine Tore. Die neuen Schlusszeiten sind in Abstimmung mit den längeren Geschäftszeiten des Einzelhandels getroffen worden und sollen den Markt in den Abendstunden zusätzlich beleben.

Seit dem Jahre 1997 wird parallel zum Weihnachtsmarkt eine „Weihnachtskirmes“ auf dem Wirteltorplatz aufgebaut. Wie der Name schon sagt, stehen dort jedoch nur weihnachtlich verkleidete kirmestypische Geschäfte. Diese Veranstaltung wurde vor einigen Jahren von den dortigen Einzelhändlern als Attraktionen zum Weihnachtsgeschäft gefordert.

Nach jetzt 40 Jahren kann man sagen, dass der Dürener Weihnachtsmarkt sich im Jahresablauf der Dürener Märkte etabliert hat. Eine Steigerung in der Gestaltung und Größe ist nahezu nicht mehr möglich. Allerdings muss auch festgestellt werden, dass es von Jahr zu Jahr für den Veranstalter schwieriger wird, alle Standplätze zu belegen. Jährlich wechseln ein bis zwei Händler. Auch die Weihnachtsmärkte bleiben vom derzeitigen Umsatzrückgang nicht verschont.

Wirkliche Konkurrenz zu den über fünf Wochen andauernden Weihnachtsmärkten sind die Wochenend-Weihnachtsmärkte im größeren Umfeld wie beispielsweise Bergstein, Monschau oder Nideggen. Der Besucher liebt die Flexibilität und fährt mit dem Auto verschiedene Märkte in der Regio ab oder setzt sich in die S-Bahn und steuert die zahlreichen Kölner Weihnachtsmärkte an.
Es gibt aber auch eine Gegenbewegung: Bürger größerer Städte und auch Einwohner aus Monschau verlassen ihre am Wochenende mit Touristen überfüllten Städte und fahren gezielt nach Düren, um Innenstadt und Markt zu erkunden. Selbst Besucher aus Düsseldorf wurden schon angetroffen.

Es ist für den Veranstalter schwierig, Aussagen über die Zukunft des Weihnachtsmarktes zu machen. Sicher wird er in der Vorweihnachtszeit eine Stätte der Kommunikation bleiben. Man trifft sich, unterhält sich und genießt die Vorweihnachtszeit, trinkt den einen oder anderen Glühwein oder Jagertee. Das bleibt! Ob der Weihnachtsmarkt aber auch zukünftig am jetzigen Standort auf dem Kaiserplatz stattfinden wird, dies steht noch in den Sternen. Noch leuchten diese Sterne in Form des Sternenhimmels über dem Kaiserplatz.

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