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Herkunftsfamilie

Die Grafik zeigt spielende Kinder auf einer Rutsche.

Viele Kinder können aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen vorübergehend oder auch dauerhaft nicht in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen. Deshalb werden für die Unterbringung der Kinder außerhalb der Familie verschiedene Lösungswege gesucht.

Manchmal ist die bestmögliche Form der Hilfe ein Heim bzw. eine Wohngruppe. Dies ist oft der Fall, wenn eine problembezogene Betreuung und gezielte heilpädagogische, medizinische oder therapeutische Behandlung erforderlich ist.

Es gibt jedoch Kinder und Jugendliche, die eine geeignete Familie brauchen, die ihnen einen verlässlichen Bezugsrahmen und ein liebevolles Umfeld schafft.

Das Wissen um die Situation der Herkunftsfamilie, um die Ursachen und den Anlass der Fremdunterbringung ist für die Integration des Kindes in der Pflegefamilie von großer Bedeutung: Es trägt dazu bei, die Ursachen für seine mitunter befremdlichen und nicht nachvollziehbaren Verhaltensweisen zu erkennen. Dadurch wird es Pflegeeltern möglich, das Kind besser zu verstehen.

Ursachen für die Fremdunterbringung

Ungünstige Rahmenbedingungen kennzeichnen häufig das Leben der Herkunftsfamilien. Etwa die Hälfte aller Herkunftsfamilien lebt auf Sozialhilfeniveau, ein Drittel von sehr niedrigem Einkommen; viele Herkunftseltern sind verschuldet.

Die schlechte materielle Situation bedingt eine Vielzahl von Problemen sozialer Art: Verlust des sozialen Ansehens, Diskriminierung, Abbau von sozialen Kontakten etc. Infolge dieser Notsituation treten häufig seelische und körperliche Erkranken auf. Suchtprobleme und psychische Probleme können entstehen bzw. sich verstärken.

Die meisten Pflegekinder stammen aus unvollständigen Familien und haben nie ein "funktionierendes" Familienleben erlebt. Die Möglichkeit dieser Familien, ihre Probleme alleine zu lösen, sind auf ein Minimum reduziert. Oftmals können die Schwierigkeiten trotz ambulanter Hilfen zur Erziehung nicht überwunden werden, und die desolate Situation führt zur Erziehungsunfähigkeit.

Anhaltende Vernachlässigung und/oder Misshandlung eines Kindes sind die Anlässe für die Herausnahme eines Kindes aus seiner Herkunftsfamilie. Um das Kindeswohl zu schützen, müssen die Kinder außerhalb der Familie untergebracht werden. Niemand wird sich diese Entscheidung leicht machen, da sie mit viel Leid und Trauer für die Herkunftseltern und die Kinder verbunden ist.

Rechte der Herkunftsfamilie

Leiblichen Eltern steht generell das Recht zum Umgang mit ihrem Kind zu. Von dem Innehaben der elterlichen Sorge ist der Umgang unabhängig, was bedeutet, dass die Eltern auch ohne elterliche Sorge einen Rechtsanspruch auf Umgang mit dem Kind haben. Der Umgang umfasst neben schriftlichen Kontakten und Telefonaten auch den persönlichen Kontakt in Form von Besuchen. Der Pflegekinderdienst steht dem Kind, den leiblichen Eltern und den Pflegeeltern zur Seite und begleitet Besuchskontakte.

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